Weil die Impfungen in den oberösterreichischen Altersheimen bald abgeschlossen sein sollen, plädieren LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) und Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) für Lockerungen bei den Besuchsregeln. Darüber hinaus können sie sich Erleichterungen für Geimpfte vorstellen. Sie stützen sich dabei auf Empfehlungen von Experten. FPÖ-LHStv. Manfred Haimbuchner will ebenfalls gelockerte Besuchsregeln, bei den Vorteilen für Geimpfte ist er aber zurückhaltend.
Rund 8.800 Bewohner und 6.500 Betreuungspersonen wurden zumindest einmal geimpft, die Zweitimpfungen sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Angesichts dieser Zahlen hatten am Wochenende bereits der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und der Landesobmann des ÖVP-Seniorenbundes, Altlandeshauptmann Josef Pühringer, Lockerungen bei den Besuchsregelungen verlangt. Bernhard Hatheier, ARGE Altenheime hat schon am Donnerstag vorige Woche gegenüber der „Krone“ Änderungen vorgeschlagen.
Derzeit ein Besuch pro Woche
Aktuell dürfen Bewohner von Alters- und Pflegeheimen laut Bundesvorgabe nur Besuch von einer Person pro Woche bekommen. Wenn die Impfungen Ende Februar abgeschlossen sind, solle man in Heimen ohne aktive Corona-Fälle „unter Einhaltung der derzeitigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen zumindest zwei Besuche mit je zwei Personen pro Woche“ erlauben, forderten Haberlander und Gerstorfer. Sie stützen sich auf die Ergebnisse einer von ihnen in der Vorwoche eingesetzten Arbeitsgruppe.
Weniger Tests bei Geimpften
Darüber hinaus treten die Experten aber auch dafür ein, „wohngruppenübergreifende Kontakte und Aktivitäten für geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner unter Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Schutzmaßnahmen“ wieder zu ermöglichen. Zudem können sie sich vorstellen, dass geimpfte Mitarbeiter nur mehr einmal statt wie derzeit dreimal pro Woche getestet werden müssen.
Ungleichbehandlung kritisch gesehen
Manfred Haimbuchner forderte in einer Aussendung am Montag ebenfalls Lockerungen. Er argumentiert, dass die Impfungen von der Bundesregierung schließlich als „Game-Changer“ beworben worden seien. Er will, dass Pflegebedürftige und ihre Familien wieder normale soziale Kontakte pflegen dürfen, um Kollateralschäden durch die Einsamkeit hintanzuhalten. Erleichterungen für Geimpfte sieht er hingegen skeptisch: Man solle vorsichtig ein, solange die sterile Immunität nicht gänzlich bewiesen sei, und auch, was man hinsichtlich einer Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften in Aussicht stelle, hieß es aus seinem Büro.
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