Denn als ein Hausbesitzer in der Früh den Gehsteig räumen wollte, stand er mit leeren Händen da: "Jemand hat bei meinem Geräteschuppen das Schloss aufgezwickt und meine beiden Schneeschaufeln gestohlen! Zum Glück konnte ich aber noch eine auftreiben", erzählte der 65-jährige Grazer.
Engpass an Schaufeln und Fräsen
Die "Steirerkrone" befragte am Freitagvormittag eine Reihe von steirischen Baumarkt-Filialen: "Haben Sie noch Schneeschaufeln?" - "Leider nicht", lautete fast immer die Antwort. "Wir haben noch ein paar" oder "Wir haben gerade eine Lieferung erhalten" waren die beiden Ausnahmen. Als frühester Termin für den Schneeschaufel-Nachschub wurde "der Samstag" genannt. In den anderen Baumärkten hieß es: "In der nächsten Woche." Einen ähnlichen Engpass gibt es bei Schneefräsen.
Linienbus von Südautobahn gerutscht
Auf den Straßen hat es natürlich wieder Probleme gegeben: So bestand für Lkws auf dem Wechsel- und Packabschnitt der Südautobahn sowie auf der Semmering-Schnellstraße Kettenpflicht, auf der B54 mussten alle Fahrzeuge mit Ketten ausgerüstet sein. Unfälle - die meisten nur mit Sachschaden - ereigneten sich im Minutentakt. Bei Schäffern rutschte ein Linienbus von der "Süd", er wurde von der Feuerwehr geborgen. Es kam auch zu vielen Behinderungen durch hängen gebliebene oder abgestürzte Fahrzeuge (siehe Bild aus dem Bezirk Leibnitz - die Lenkerin dieses Fahrzeugs kam mit dem Schrecken davon). Laut Landesbranddirektor Albert Kern waren in den letzten Tagen mehr als 200 Feuerwehren quasi im Dauereinsatz.
45.000 Tonnen Salz auf den Straßen
"Streusalz nur dort einsetzen, wo es unbedingt nötig ist!" - Diesen Appell richtete indes der Verkehrsclub Österreich an die Öffentlichkeit. Grund: In der Steiermark landen pro Winter 300.000 Tonnen Streusalz auf den Straßen - das kann üble Folgen für Tiere, Pflanzen und Boden haben. Auf Autobahnen sei das Streuen immens wichtig, so VCÖ-Experte Martin Blum. "Innerorts ist die Streuung aber massiv einzuschränken. Gerade dort, wo Tempo 30 gilt, ist sie nicht notwendig." Salz bestehe zu gut 90 Prozent aus Natriumchlorid - und Chloride seien Gift für Bäume und Pflanzen, könnten mit der Schneeschmelze sogar das Trinkwasser bedrohen.
Salz und Pfoten vertragen sich nicht
Aufpassen hieße es auch bei Hundepfoten, was Stefan Moser, Veterinärchef der Grazer Arche Noah, untermauert: "Dadurch entstehen Reizungen bis zu Entzündungen. Ganz arg ist es, wenn durch den eisigen Boden Wunden an den Pfoten entstehen und in diese noch Salz hineinkommt. Das tut höllisch weh." Der Fachmann empfiehlt, die Pfoten nach jedem unvermeidlichen Salz-Kontakt mit warmem Wasser zu reinigen, danach gut zu trocknen und vor jedem Spaziergang etwa mit Pfotenwachs einzuschmieren.
"Steirerkrone" und steirerkrone.at
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