27.01.2021 06:00 |

Corona-Pandemie

Proteste und Tote: Die Virus-Hotspots der Welt

Anti-Corona-Maßnahmen lösen in den Niederlanden Krawalle aus. Die Briten haben die höchste Todesrate. Brasilien leidet wie Afrika unter einem Mangel an Sauerstoffflaschen. Das sind derzeit die Corona-Hotspots der Welt.

Der heißeste Corona-Hotspot sind derzeit die Niederlande. Seit Verkündung einer Ausgangssperre von 21.30 bis 4 Uhr wegen steigender Infektionszahlen am Samstag gab es jede Nacht schwere Ausschreitungen. Hunderte gewaltbereite Jugendliche randalierten, plünderten, steckten Fahrzeuge in Brand, schlugen Scheiben ein und griffen die Polizei an. Aus zehn Städten wurden Unruhen gemeldet, darunter Amsterdam, Rotterdam und Den Haag. Allein in der Nacht auf Dienstag gab es 150 Verhaftungen.

Höchste Todesrate in Großbritannien
Den traurigen Titel des Landes mit den meisten Corona-Todesfällen in Relation zur Einwohnerzahl trägt Großbritannien. Dort starben mehr als 100.000 Menschen an Covid-19 - ein Sieben-Tage-Durchschnitt von mehr als 16,5 Toten pro einer Million Einwohner. „Alle 30 Sekunden wird jemand in eine Klinik eingeliefert“, schlug Gesundheitsminister Hancock Alarm.

Brasilien: Menschen ersticken qualvoll
Brasilien kämpft seit Monaten mit hohen Corona-Zahlen, die Ablehnung der meisten Schutzmaßnahmen durch den rechtspopulistischen Präsident Jair Bolsonaro hat die Krise verschärft. In der Millionenstadt Manaus im Amazonasgebiet fehlt es wegen der hohen Fallzahlen in vielen Spitälern an Sauerstoffflaschen, Corona-Patienten - aber auch zu früh geborene Babys - ersticken qualvoll.

Die meisten Corona-Toten in absoluten Zahlen sind in den USA zu beklagen, wo mehr als 432.000 Menschen starben. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas: Am Dienstag wurden 157.252 Neuinfektionen gemeldet, der bisher höchste Wert - 300.372 neue Fälle - war am 2. Jänner verzeichnet worden.

Sterberate in Afrika steigt
Auch Afrika steckt mitten in der zweiten Welle. Die Sterberate liegt deutlich über dem Durchschnitt. Besonders im Süden des Kontinents grassiert das Virus wie noch nie. Südafrika verzeichnet 40 Prozent aller Fälle. Doch auch in Namibia oder Simbabwe steigen die Infektionskurven steil an. „Die Gesundheitssysteme sind überfordert“, erklärt John Nkengasong, Direktor des Center for Disease Control der Afrikanischen Union. „Die Sterberate ist besorgniserregend.“

Weltweit sterben 2,2 Prozent der mit Covid-19 infizierten Personen an der Krankheit. In Afrika sind es unterdessen 2,5 Prozent - in Mali sogar vier Prozent, in Liberia 4,4 Prozent und im Sudan sechs Prozent. Als Hauptgrund sieht Nkengasong einen Mangel an Sauerstoffflaschen. Zudem seien die Gesundheitssysteme in vielen Staaten bereits zuvor angeschlagen gewesen. In absoluten Zahlen sind in Afrika aber relativ wenig Menschen am Virus gestorben - nach offiziellen Angaben waren es bisher 81.000. Das sind weniger als etwa in Italien mit 85.881 Toten.

Verschont: Wo die Situation gut ist
Einen erfolgreichen Anti-Corona-Kurs fährt Australien. Der Fünfte Kontinent wird für Touristen wohl erst wieder 2022 zu bereisen sein. Die Regierung entschied sich, gegen das Virus rigoros vorzugehen, und lässt seit März keine Urlauber einfliegen. Der Bundesstaat Victoria versetzte Gastronomie, Handel und Kultur von Juli bis Oktober in den „Winterschlaf“. Mit Erfolg: Von 25 Millionen Australiern haben sich lediglich 29.000 Menschen infiziert. 900 Patienten starben. Vor allem Inseln blieben von Covid-19 komplett verschont. Darunter das Pazifik-Paradies Tonga, Tuvalu, Samoa, Kiribati, Niue und die Cook-Inselgruppe. Auch an diesen Orten herrscht Einreiseverbot.

Kronen Zeitung/krone.at

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