26.01.2021 06:57 |

Plünderungen, Gewalt

Nächste Krawallnacht in niederländischen Städten

In den Niederlanden sind in der Nacht auf Dienstag erneut Proteste gegen die Corona-bedingte Ausgangssperre gänzlich aus dem Ruder gelaufen. Hunderte gewaltbereite Jugendliche randalierten in mehreren Städten bis spät in die Nacht und griffen die Polizei an.

Die Menschen hatten sich kurz vor Beginn der nächtlichen Ausgangssperre in Stadtzentren versammelt. In großen Gruppen zogen sie plündernd und randalierend durch die Straßen. Unruhen wurden aus etwa zehn Städten gemeldet - darunter Amsterdam, Den Haag und Rotterdam. Mehr als 151 Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

„Schamlose Diebe“ zogen durch Rotterdam
„Schamlose Diebe“, klagte Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb über den Mob, der durch seine Stadt zog und Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angriff. In Rotterdam wurden unter anderem Geschäfte zerstört und geplündert. „Wir konnten noch keine Bestandsaufnahme machen, aber es ist trotzdem eine traurige Bilanz“, wurde er von der Zeitung „De Telegraaf“ zitiert. Die Polizei musste Wasserwerfer und Tränengas gegen die Randalierer einsetzen.

Auch in Den Bosch waren die Ereignisse nach einem Bericht eines Reporters des TV-Senders NOS „gehörig aus dem Ruder gelaufen“. Nach einem Feuerwerk sei eine sehr große Gruppe von Randalierern in die Stadt gezogen. „Auf der gesamten Strecke wurden Plünderungen begangen, Feuer gelegt, Autos zerstört, Geschäfte beschädigt.“ Selbst Krankenhäuser wurden zum Ziel der Randalierer, die Polizei musste Zugänge weiträumig absperren und Krankenwagen in andere Kliniken umleiten.

Gegen Mitternacht hatte die Polizei die Lage weitgehend unter Kontrolle, wie Polizeichef Willem Woelders im TV-Sender NOS sagte. „Wir stellen fest, dass es im größten Teil der Niederlande wieder ruhig ist.“

Polizei bittet um Videos der Krawallnacht
Die Polizei forderte inzwischen über Twitter Bürger auf, eventuelle Foto - und Videoaufnahmen von den Ereignissen einzusenden, um die Ermittlungen zu erleichtern.

Ausgangssperre löste Unmut aus
Anlass der Unruhen sind die von der Regierung verhängten verschärften Corona-Maßnahmen und eine seit Samstag geltende Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 4.30 Uhr. Polizei und Bürgermeister der betroffenen Städte gehen davon aus, dass sich verschiedene Gruppen an den Krawallen beteiligen - darunter Corona-Leugner, Fußball-Hooligans und Neonazis.

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