Korruptionsaffäre

Samsung-Erbe erneut zu Haftstrafe verurteilt

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18.01.2021 07:53

Dem südkoreanischen Technologiegiganten Samsung droht ein Machtvakuum. Vize-Verwaltungsratschef Lee Jae-yong wurde am Montag wegen Bestechung eines Mitarbeiters der ehemaligen Präsidentin Park Geun Hye zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Richter des Obersten Gerichts in Seoul befanden den Samsung-Erben der Bestechung, Unterschlagung und Verheimlichung von kriminellen Erträgen im Wert von etwa 8,6 Milliarden Won (rund 6,4 Millionen Euro) für schuldig.

Hintergrund des Verfahrens ist eine Korruptionsaffäre um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und deren langjährige Vertraute Choi Soon Sil. Park wurde im März 2017 aus dem höchsten Staatsamt entfernt. Samsung soll hohe Summen an Unternehmen der umstrittenen Park-Freundin sowie an deren Verwandte gezahlt und im Gegenzug unter anderem politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter erhalten haben. Es sollen knapp 30 Milliarden Won (aktuell rund 22 Millionen Euro) an Bestechungsgelder geflossen sein.

(Bild: AFP)

Lee war bereits 2017 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später hatte eine Berufungsinstanz die Haft zu einer Bewährungsstrafe abgemildert, und Lee wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Oberste Gericht in Seoul hatte jedoch später das Urteil in großen Teilen verworfen, sodass Lee wieder auf die Anklagebank zurück musste. Getrennt von dem Verfahren laufen gegen Lee und zwei ehemalige Manager weitere Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Aktienkursmanipulation und Verstöße gegen die Rechnungsprüfungsvorschriften.

Samsung droht Machtvakuum
Für Samsung kommt das Urteil zur Unzeit. Lees Vater und Firmen-Patriarch Lee Kun Hee war im Oktober gestorben. Durch die Haftstrafe, die sich wegen der bereits abgesessenen Zeit auf eineinhalb Jahre reduziert, wird es dem einzigen Sohn nicht möglich sein, weiterhin das Geschehen bei der Samsung-Gruppe zu kontrollieren und Einfluss auf die anstehende Restrukturierung des komplizierten Firmengerüsts aus mehr als 60 Tochtergesellschaften zu nehmen.

Hinzu kommen Nachfolgedebatten rund um die Machtübergabe an Lee Jae-yongs Kinder sowie weitere Probleme. So musste Samsung-Electronics-Chairman Lee Sang Hoon wegen der Behinderung der Arbeit von Gewerkschaften ins Gefängnis. Um Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Lee Jae-yong auch einen unabhängigen Prüfungsausschuss eingesetzt. Allerdings habe dieser bisher noch nicht seine volle Wirkung entfaltet, urteilten die Richter.

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