15.01.2021 15:30 |

Unfallbilanz 2020:

Jeder siebente Verkehrstote war ein Fußgänger

Während insgesamt die Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark im Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen ist, blieb die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle gleich hoch, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Acht Fußgänger kamen im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben. Mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet sowie baulich getrennte Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet, sind wirksame Maßnahmen, um die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, betont der VCÖ.

Acht Fußgänger kamen im Coronajahr 2020 in der Steiermark bei Verkehrsunfällen ums Leben, gleich viele wie im Jahr 2019 und um zwei mehr als im Jahr 2018, berichtet der VCÖ. Im Jahr 2018 wurde die bisher niedrigste Anzahl tödlicher Fußgängerunfälle seit Bestehen der Unfallstatistik verzeichnet.

Zwei der tödlich verunglückten Fußgänger waren älter als 70 Jahre , wie die VCÖ-Analyse auf Basis der Daten des Innenministeriums zeigt. „Es ist wichtig, dass unser Verkehrssystem auf ältere Menschen mehr Rücksicht nimmt. Das heißt auch, dass unser Verkehrssystem fehlertoleranter werden muss. Ein Fehler darf nicht mit schwersten oder gar tödlichen Verletzungen bestraft werden,“ betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Zentral ist im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung, insbesondere in den Wohngebieten. Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit sollte im Ortsgebiet die Regel und Tempo 50 die Ausnahme sein. Wichtig sind für ältere Menschen auch mehr Straßenübergänge und diese müssen übersichtlich und für Kfz-Lenkende gut einsehbar sein, betont der VCÖ. Bei Fußgänger-Ampeln sind für ältere Menschen längere Grünphasen und kürzere Rotphasen wichtig.

Fünf der acht tödlichen Fußgängerunfälle passierten auf Landes- und Bundesstraßen. „Außerhalb der Ortsgebiete ist die Errichtung von Gehwegen eine wichtige Sicherheitsmaßnahme. Jede Siedlung sollte eine für Fußgängerinnen und Fußgänger sichere Verbindung zum nächstgelegenen Ortsgebiet haben. Ebenso müssen Bus-Haltestellen an Freilandstraßen sicher über einen baulich getrennten Gehweg und über sichere Straßenquerungen erreichbar sein“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Im Bundesländer-Vergleich hatte die Steiermark nach Oberösterreich (zehn) und Niederösterreich (neun) die dritthöchste Anzahl an tödlichen Fußgängerunfällen. Das Burgenland war das einzige Bundesland, wo das Ziel „kein tödlicher Fußgängerunfall“ im Vorjahr erreicht wurde, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Seit dem Jahr 2010 sind in der Steiermark bereits 121 Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

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