02.12.2020 08:31 |

Weniger Deo und Parfüm

Österreicher „stinken“ sich durch den Lockdown

Das stinkt zum Himmel: Die Corona-Krise hat auch die Körperpflegerituale verändert. Wie eine aktuelle Erhebung ergeben hat, schminken und stylen sich die Österreicher in Pandemiezeiten mit Lockdowns und Home-Office seltener als sonst. Auch die Verwendung von Deos und Parfüms ist zurückgegangen. Und rund einer von zehn Männern ist seit dem ersten Lockdown Bartträger.

Beim Einkauf von Haut- und Körperpflegeprodukten zeigen sich zwei markante Änderungen: einerseits die Zunahme von Online-Shopping, anderseits mehr Einkäufe im Lebensmittelhandel. Der Drogeriefachhandel sei dadurch für 6,6 Prozent der Befragten nicht mehr die erste Bezugsadresse, erhob die Branchenplattform „Kosmetik transparent“.

„Menschen müssen auf Haushaltsausgaben achten“
Die monatlichen Ausgaben pro Kopf für Kosmetikprodukte lagen vor Corona bei durchschnittlich 31,20 Euro und danach bei 28,90 Euro. „Das zeigt, dass die Menschen ihre Vorräte aufbrauchen und auf Haushaltsausgaben achten müssen“, erläuterte Kukacka.

„Hygienisches Grundbedürfnis der Menschen“
Während des ersten Lockdown im April gab mehr als ein Drittel der Befragten an, Handcreme häufiger zu verwenden als zuvor. In der Übergangszeit vor dem zweiten Lockdown berichteten im Oktober und Anfang November 14 Prozent, beim häufigeren Hände eincremen geblieben zu sein. Auf das Duschen, Haarewaschen und Zähneputzen hatten Ausgangsbeschränkungen & Co. bisher keine messbaren Auswirkungen. Sie „gehören mit und ohne Lockdown zum hygienischen Grundbedürfnis der Menschen“, analysierten die Experten.

Verwendung von Deos und Parfüm zurückgegangen
Differenzierter sei die Situation bei der Verwendung von Deos: 15,6 Prozent nahmen im Frühjahrs-Lockdown seltener ein Deo, im Herbst waren es immer noch 5,6 Prozent. „Dies kann auch daran liegen, dass ein Viertel der Befragten auch im Herbst angab, vollständig oder tageweise im Home-Office zu sein“, erläuterte Plattformsprecher Stefan Kukacka. Weniger Kontakte zu anderen führten zu einer geringeren Verwendung von Deos und Düften: 8,4 Prozent gaben an, weniger Parfüm oder Eau de Toilette als früher zu verwenden.

Weniger Make-up, weniger Lippenstift
Der Gebrauch von Make-up ging im Frühjahrs-Lockdown laut „Kosmetik transparent“ um fast ein Viertel zurück, und zuletzt gaben knapp zehn Prozent an, darauf zu verzichten. „Je geringer die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, desto geringer der Wunsch, sich zu schminken“, so die Branchenexperten. „Der Lippenstift bleibt heuer mit 13,8 Prozent weniger Verwendung deutlich abgeschlagen. Dem Styling der Haare ergeht es ähnlich: 23,8 Prozent verzichteten im Lockdown auf Gel, Wachs und Haarspray.“ Im Herbst waren es immer noch 8,6 Prozent, die ihrer Frisur keinen finalen Schliff versetzen.

Aber auch Wellness-Anwendungen im eigenen Bad wie Vollbad, Körperpeeling, Bodylotion, Maniküre, Pediküre und Haarmasken seien in Zeiten des ersten Lockdowns mit bis zu 18,8 Prozent weniger genützt worden als davor. Dafür bleibe wohl in Zeiten von Home-Office und Home-Schooling einfach zu wenig Zeit, meinte Kukacka.

Im Auftrag von „Kosmetik transparent“ befragte Marketagent 500 Personen im Alter zwischen 20 und 75 Jahren online vom 28. Oktober bis 3. November 2020. Die für Österreich repräsentativen Ergebnisse wurden mit einer Vergleichsstudie vom April 2020 verglichen.

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