Gäste "angezündet"

Barkeeper nach Feuershow vor Gericht – vertagt!

Tirol
03.11.2010 18:08
Der Holländer ist in akuter Lebensgefahr geschwebt – und ohne ärztliche Versorgung wäre er gestorben. Der 53-Jährige war im März 2009 in einer Bar im Zillertal, als seine Kleidung durch einen Fehler bei einer Feuershow des Barkeepers (48) in Brand geriet. Am Mittwoch fand der Prozess am Landesgericht in Innsbruck statt.

Es ist eine Mode, die der Brandsachverständige als "völlig ungeeignet" und "gänzlich unmöglich" bezeichnete. Doch "Feuershows" werden immer wieder in diversen Tiroler Bars zur Erheiterung der Besucher durchgeführt.

Auch am 3. März des Vorjahres wollte ein Barkeeper seine Gäste mit der heißen Show aufheizen. Er schüttete 80-prozentigen Rum auf die rund sechs Meter lange Bar und zündete die hochbrennbare Flüssigkeit an. Dann machte er einen entscheidenden Fehler: Er goss noch einmal nach.

"Dadurch kam es zu einer Rückzündung in der Flasche und die Flüssigkeit explodierte", schildert Brandsachverständiger Bernhard Stibernitz beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht. Ein Feuerstrahl schoss aus der Flasche und traf einen 47-jährigen Holländer am Arm. Sein Leibchen entzündete sich sofort und der Urlauber lief brennend durchs Lokal, wie ein auf Handy mitgefilmtes Video zeigt.

Der Holländer erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades und atmete auch Flammen ein. Dadurch sei er in akuter Lebensgefahr geschwebt, wie Gerichtsmediziner Walter Rabl erklärte. Am Mittwoch musste sich der Barkeeper, ein in Deutschland geborener Spanier (48), vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Um die Schadensgutmachung durch eine Versicherung zu klären, wurde der Prozess vertagt.

von Stefan Ruef, Tiroler Krone

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