Bill Gilligan spricht über...
Führungsstil: "Die Spieler müssen dich respektieren und dürfen nie wissen, wie sie dran sind. Sie loten ihre Grenzen aus - wie Kinder."
Kritik in der Kabine: "Früher war ich lauter, härter, direkter. In meiner KAC-Zeit hätte mich ein Kanadier fast einmal verprügelt, seit dem schlafe ich zuerst einmal."
Krisenbewältigung: "Verlieren wir, kann ich nicht schlafen. Manchmal setze ich mich um drei Uhr früh aufs Rad oder jogge. Wichtig ist es aber, an seiner Philosophie festzuhalten - auch wenn man sich wie ein Geisterfahrer vorkommt, weil das ganze Umfeld in die andere Richtung will."
Fehler: "Natürlich mache auch ich Fehler. Bei der Zusammenstellung der heurigen Mannschaft dachte ich, es geht ohne weitere Legionäre. Ein Ausländer mehr würde uns aber gut tun. Manchmal vermisse ich Healeys Tore - aber er passte nicht zur Philosophie."
Mentalität: "Österreichische Spieler sind zu schnell zufrieden."
Gegner: "Man muss ihn hassen, sonst fehlt dir die Emotion, ihn zu besiegen."
Teamchef: "Bin ich gerne, auch wenn man noch diplomatischer sein muss. Als mich Villachs Zeugwart attackierte, war ich nah dran, zuzuschlagen, hab mich aber zurückgehalten. Ein Teamchef ist ein Vorbild."
Graz-Abschied: "Ich gebe niemals mitten in einer Sache auf. Schon gar nicht wegen Geld. Erst wenn die Familie sagt, es ist vorbei - dann muss ich nachdenken."
Eishockey-Problem: "Der Sport hat in Österreich generell zu wenig Stellenwert. Das Eishockey hat zu wenig Unterbau, zu alte Stadien, zu viele Konkurse und ist zu abhängig von Mäzenen um stabile A-Nation zu sein."
Werner Gregoritsch spricht über...
Eishockey: "Ich bin ein großer Hockey-Fan, bin in den Siebzigern in Eggenberg mit den ATSE-Spielern aufgewachsen, als sie Meister wurden. Die Härte der Hackler im Wegstecken von Verletzungen hat mir immer imponiert. Das predige ich meinen Spielern."
Führungsstil: "Es ist besser für einen Trainer, die Spieler fürchten dich, als du bist zu nett und sie haben dich auf der Uhr."
Rückhalt: "Um Erfolg zu haben, ist es unbedingt notwendig, dass dein Präsident voll hinter dir steht - so wie bei mir in Kapfenberg. Wenn Funktionäre einmal anfangen, die Spieler zu fragen, ob sie mit allem einverstanden sind, nimmst du besser deinen Hut."
Image: "In Österreich sehen mich die Leute als Feuerwehrmann - ich bin dort, wo's brennt: in Mattersburg, beim LASK oder in Kapfenberg. Für die ganz großen Klubs bin ich offenbar zu ehrlich und zu unbequem."
Hingabe: "Du musst das lieben, was du tust, auch wenn es in der zweiten Liga ist. Geld ist nicht alles!"
Fehler: Dass ich nach unserer 2:0-Sensation in Salzburg auf Bitten der Spieler zwei Tage freigegeben habe, war ein großer Fehler. Wir haben unseren Rhythmus verloren und gegen Sturm 0:4 verloren. Solche Belohnungen gibt's nicht mehr."
Krisenbewältigung: "Ich hab einen Sandsack im Keller. Das hilft mir."
Gegner: "Gustl Starek hat mich nach dem 0:4 gegen Sturm angerufen, nachdem meine Spieler den Schwarzen brav die Hand geschüttelt haben. Ich hätt ihnen die Finger gebrochen, hat der Gustl gesagt. Das ist die richtige Einstellung. Ich kann nach einem 0:4 im Gegensatz zu einigen Spielern nicht nach einer Stunde wieder lachen."
von Volker Silli, "Steirerkrone"
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