25.11.2020 16:00 |

Kultur im Lockdown

Jesse Grande: Mit „Plan B“ durch die Krisenzeit

Der 31-jährige Telfer Jesse Grande ist Musiker und Theologe. Seine, über die letzten eineinhalb Jahre aufgenommene EP „Und decht“ erscheint bald. Für den derzeitigen Kultur-Lockdown setzt er aber verstärkt auf seine zweite große Leidenschaft, die Theologie. Und bastelt doch bereits weiter an neuer Musik.

Das bald zu Ende gehende Jahr war für Jesse Grande trotz allem erfolgreich. So war er etwa einer der Preisträger des renommierten Hubert von Goisern-Kulturpreises und spielte zwei umjubelte Konzerte im Innsbrucker Zeughaus und im Rathaussaal Telfs. „Ich vermisse aber das Proben mit meiner Band“, findet er dann doch einen gewichtigen negativen Aspekt der gegenwärtigen Situation.

Auf Preise foltgen Absagen
Im Alleingang Musik produzieren könne er aber natürlich. Was genau dabei entsteht weiß er aber derzeit noch nicht. „Ich habe vor Kurzem eine alte Heimorgel geschenkt bekommen, auf der ich sicherlich interessante Töne finden werde“, meint er schmunzelnd. Rückblickend sei 2020 bislang jedenfalls ein absolutes „Wechselbad der Gefühle“ gewesen, der Preis-Euphorie seien schließlich zahllose Konzert-Absagen gefolgt.

Seine neue EP wiederum stehe auf der Seite der so wichtigen Positiv-Erlebnisse. Der Weg zu diesem Tonträger war alles in allem herausfordernd und komplex für Grande. „Ich habe viele aufgenommene Songs wieder verworfen, weil die EP eine Geschichte erzählen und einen roten Faden haben sollte“, erklärt er im Skype-Gespräch. Einige Freunde und Weggefährten hätten ihn unterstützend auf diesem Weg begleitet.

Solo-Projekt abgeschlossen, Band-Aufnahme geplatzt
So sind beispielsweise der Soundtüftler Phil Köll von „Neon Neet“ oder mit Frajo Köhle eine Telfer Blues-Legende auf der Aufnahme zu hören. Das Ergebnis ist dann insgesamt ein soundtüftlerisch-ausgeklügeltes und manchmal auch bluesiges Gesamterlebnis. Diesem vollendeten Solo-Projekt steht aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgebrochene Aufnahme mit seiner Band gegenüber.

„Das holen wir aber im Frühjahr nach“, führt er aus. Spätestens im Sommer soll es dann eine fix-fertige neue Band-Produktion geben. Auch live spielen will Grande dann selbstverständlich wieder. „Das ist mir überaus wichtig“, sagt er mit leicht wehmütigem Unterton. Bis dahin aber widmet sich Grande, neben seiner Solo-Musik und der Heimorgel, auch intensiver seinem Brotberuf, den er aber gar nicht so bezeichnen möchte.

Theologie und Musik untrennbar
„Zum Glück habe ich einen coolen und sehr erfüllenden Job bei der Jungschar. Theologie ist nämlich ebenfalls eine große Leidenschaft“, fügt er hinzu. Zwischen Theologie und Musik trennen möchte er nicht. „Bei beiden Thematiken geht es darum, dem Geist Raum zu geben“, betont er lächelnd.

Markus Stegmayr, Kronen Zeitung

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