22.11.2020 07:46 |

Staatshaushalt zu hoch

Demonstranten setzen Guatemalas Parlament in Brand

Aus Protest gegen den neuen Staatshaushalt haben Demonstranten Guatemalas Parlament in Brand gesetzt. Aus dem Inneren des Parlamentsgebäudes in Guatemala-Stadt schlugen am Samstag Flammen. Das Rote Kreuz habe mehrere Menschen wegen Rauchvergiftungen behandelt. Hunderte Demonstranten waren vor das Parlament gezogen, um Giammatteis Rücktritt zu fordern.

Der Protest richtete sich gegen Staatschef Alejandro Giammattei und seinen umstrittenen Rekord-Haushalt für 2021 in Höhe von fast 12,8 Milliarden Dollar (10,79 Milliarden Euro). Das ist rund ein Viertel mehr als dieses Jahr.

Vize-Präsident Guillermo Castillo hatte den Staatschef zuvor aufgefordert, mit ihm zusammen „für das Wohl des Landes“ zurückzutreten. Castillo unterrichtete die Öffentlichkeit darüber durch eine Botschaft in Online-Netzwerken und in einer WhatsApp-Nachricht an Journalisten.

Geld fließt an Privatunternehmen, nicht in Armutsbekämpfung
Das guatemaltekische Parlament, das von Giammatteis Partei und deren Verbündeten dominiert wird, hatte diese Woche das Milliardenbudget verabschiedet. Es bürdet dem Land hohe Schulden auf. Außerdem fließt das meiste Geld in von Privatunternehmen verwaltete Infrastruktur und nicht in die Bekämpfung der in Guatemala weitverbreiteten Armut. 59,3 Prozent der 17 Millionen Einwohner Guatemalas leben in Armut, rund die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt.

Versorgungsengpässe in Krankenhäusern
Der ausgebildete Arzt Giamattei steht auch wegen seines Corona-Managements in der Kritik. Die Krankenhäuser des mittelamerikanischen Landes haben mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. Nach offiziellen Angaben wurden in Guatemala bisher 118.417 Corona-Infektionen nachgewiesen, 4074 Infizierte starben.

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