21.11.2020 13:00 |

ÖGK-Chef betont:

„In Tirol gibt es kein koordiniertes Impfprogramm“

Die Grippeimpfdosen für Tirol scheinen - wie berichtet - spurlos verschwunden zu sein. Klare Auskünfte seitens der Zuständigen? Fehlanzeige! Interessante Schilderungen tätigt nun ÖGK-Obmann Andreas Huss. Er spricht von einer vielversprechenden Kooperation, die es in anderen Bundesländern gibt - nur eben nicht in Tirol und übrigens auch nicht in drei weiteren Bundesländern. 

„Grundsätzlich stimme ich der Aussage zu, dass Chaos herrscht“, sagt Huss, „doch man muss einige Punkte dazu wissen. Bisher war die Nachfrage nach einer Grippeimpfung bundesweit nie besonders hoch. Wir hatten eine Durchimpfungsrate von rund acht Prozent - und das, obwohl wir erhebliche Todesfälle hatten.“

„Grippeimpfstoff muss langwirig auf Eiweißbasis gezüchtet werden“
Heuer sei die Grippeimpfung wieder hochgepoppt. Wenn Patienten gleichzeitig an der Grippe und an Corona erkranken, könne das Risiko enorm sein. „Das Problem daran ist allerdings, dass sich der Grippeimpfstoff nicht auf Knopfdruck bestellen lässt, sondern langwierig auf Eiweißbasis gezüchtet werden muss. Der Impfstoff kann somit nicht x-beliebig nachproduziert werden“, sagt Huss.

Für die Grippesaison 2021/22 müssen spätestens im Jänner 2021 die benötigten Dosen bestellt werden.

Gratis-Aktion in anderen Bundesländern
Eine Kooperation zwischen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), der Apotheker- und der Ärztekammer bewähre sich bisher in drei Bundesländern. „In Salzburg, Kärnten und Oberösterreich haben die jeweiligen Apothekerkammern rechtzeitig die Grippeimpfdosen bestellt, sie verkaufen diese zu günstigeren Konditionen an die Bevölkerung weiter - statt um 25 um 16 €. Von ihrem Arzt können sich die Patienten gratis impfen lassen, die ÖGK hat mit den Ärztekammern das Impfhonorar vertraglich vereinbart“, schildert Huss.

„Auch aus Tirol kam bisher keine Anfrage“
Eine ähnliche Kooperation - ohne Apothekerkammer - wurde heuer in Wien und Niederösterreich realisiert. Und was ist mit den anderen vier Bundesländern, allen voran Tirol? „Dort ist bisher keiner mit der Bitte an uns herangetreten, solche Impfverträge abschließen zu wollen“, teilt Huss mit.

„Ob die Impfdosen heuer in den jeweiligen Bundesländern ausreichen, wird sich erst weisen. Im Dezember erhalten wir eine Nachlieferung. Jedenfalls ist das eine sichere Variante“, ist der ÖGK-Obmann überzeugt.

Kooperation auf ganz Österreich ausdehnen
Sein Ziel ist es, diese Kooperation nächstes Jahr auf alle Bundesländer auszuweiten. „Ein entsprechendes Schreiben habe ich dem Ministerium und den Ländern bereits zugestellt“, verdeutlicht Huss. Die Zeit drängt - Stichwort: Deadline Jänner 2021. Vielleicht könnte so das Chaos in Tirol in den Griff bekommen werden

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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