15.11.2020 09:44 |

Konflikt entflammt neu

Eritrea: Äthiopien beschoss Hauptstadt mit Raketen

Trotz eindeutiger Friedensbemühungen spitzt sich die Lage in Nordostafrika erneut zu. Die in der nordäthiopischen Unruheregion Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF hat sich am Sonntag zu Raketenangriffen auf die Hauptstadt des Nachbarlands Eritrea bekannt.

Erst 2019 hatte Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen erhalten, die ethnischen Unruhen im Krisengebiet an der Grenze in den Griff zu bekommen. Nun scheint die Lage erneut zu eskalieren. TPLF-Anführer Debretsion Gebremichael erklärte, dass der Flughafen von Eritreas Hauptstadt Asmara ein „legitimes Ziel“ sei.

Gebremichael begründet dies, da der Flughafen auch von äthiopischen Soldaten genutzt werde, um Luftangriffe in Tigray zu fliegen. Nach Angaben von Diplomaten in Addis Abeba schlugen mehrere Geschosse nahe des Flughafens von Asmara ein. Unklar war zunächst, wie viele Geschosse abgefeuert wurden und welcher Schaden dabei entstand.

Konflikt weitet sich aus
Die TPLF hatte zuvor bereits mit Raketenangriffen auf Ziele in Eritrea gedroht. Die Volksbefreiungsfront wirft dem Nachbarland vor, die äthiopische Regierung im Konflikt mit der TPLF zu unterstützen. Damit droht sich der Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Region Tigray auf das Nachbarland auszuweiten.

In Tigray gibt es bereits seit Monaten Spannungen. Die Volksbefreiungsfront wirft Eritrea vor, die äthiopische Regierung im Konflikt mit der TPLF zu unterstützen und erkennt den äthiopischen Regierungschef Abiy nicht an. Anfang des Monats entbrannte der militärische Konflikt zwischen den Truppen der Zentralregierung in Addis Abeba und den Kämpfern der TPLF vollends.

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