13.11.2020 10:49 |

Am Berg abgestürzt

Verletzter mit Corona: Einsatzpause für Retter

Es sind herausfordernde Zeiten, mit denen auch die steirischen Bergretter konfrontiert sind. Trotz Corona stehen sie für den Fall der Fälle parat, rücken aus – und begeben sich in Gefahr. So etwa am Dienstag: Da stürzte am Präbichl ein 28-Jähriger ab und musste sogar reanimiert werden. Wie sich dann herausstellte, war er mit Corona infiziert. Die Bergretter sind, wie nachträglich gegenüber der „Krone“-Redaktion klargestellt wurde, aber nicht in Quarantäne, sollen aber auf ihren Gesundheitszustand achten. Zu Einsätzen werden sie vorerst nicht herangezogen.

In Zeiten wie diesen zieht es die Menschen noch mehr in die Natur. Eine positive Entwicklung auf der einen Seite, denn Bewegung tut Körper und Seele gut. Doch wo viele unterwegs sind, passieren auch Unfälle. Und gerade jetzt stehen Bergretter vor großen Herausforderungen. So auch am Dienstag: Bei einer Tour auf den Präbichl stürzte ein 28-Jähriger ab, die Bergrettung rückte aus. Der Mann hatte sich dabei so schwer verletzt, dass er sogar reanimiert werden musste. Dann stellte sich auch noch heraus, dass er mit dem Coronavirus infiziert war.

Die Konsequenz für die Bergretter: Sie werden vorübergehend nicht zu Einsätzen beigezogen. Die Mannschaft ist dadurch dezimiert. Vom steirischen Bergrettungsdienst wird betont, alle am Einsatz beteiligten Bergretter hätten die vorgesehene Schutzausrüstung verwendet und nach Möglichkeit alle Abstände eingehalten. Generell würde man darauf achten, dass so wenige Retter wie möglich „direkt an einem Patienten arbeiten“, so Landesleiter-Stellvertreter Stefan Schröck.

Kein Liftbetrieb ohne Bergeübung
Generell fordern Einsätze den Helfern einiges ab: „Wir versuchen, die Mannschaften so klein wie möglich zu halten. Die Abstände müssen trotz allem eingehalten werden, es herrscht durchgehend Maskenpflicht. Danach müssen alle verwendeten Utensilien penibelst desinfiziert werden“, erklärt Stefan Schröck, der stellvertretende Landesleiter der Bergrettung Steiermark. Die so wichtigen Einsatznachbesprechungen finden ebenso wenig statt wie der Schulungs- und Ausbildungsbetrieb für neue Bergretter.

Keine Übungen und Ausbildungen
Doch es gibt noch weitere Herausforderungen. Aktuell dürfen die Retter keine Übungen durchführen. Doch, so Schröck: „Liftbetreibern ist eine Evakuierungsübung vorgeschrieben, vorher dürfen sie den Betrieb nicht starten. Spätestens im Dezember müssen wir wieder mit Übungen in Kleingruppen beginnen.“

Ein abschließender Appell des Experten an alle Bergfreunde: „Wir hatten schon etliche Einsätze, die mit richtiger Ausrüstung und einer passenden Tourenplanung vermeidbar gewesen wären. Bedenkt bitte, dass es jetzt schon früh finster wird, auf manchen Strecken Schnee liegt, sie teilweise vereist sind und Markierungen daher schlecht sichtbar sind.“

Monika Krisper
Monika Krisper
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