Um die Geschichte zu verstehen, muss man etwa sechs Jahre in die Vergangenheit blicken: Ein türkischer "Geschäftsmann" traf auf den Osttiroler Geschäftsführer einer Baustofffirma. Die zwei unterhielten sich blendend.
Der etwas naiv wirkende Brillenträger aus Tirol fand Gefallen an dem bärtigen Anzugträger. Er war sympathisch, hatte Charme und wirkte seriös. Er sprach vom großen Geld, satten Renditen und rosigen Zukunftsaussichten. Man könnte sagen: Er sprach vom märchenhaften Geldregen. Alles was letztendlich übrig blieb, ist der märchenhafte Charakter...
Firmenkonto angezapft
Nach den tollen Erzählungen wollte der Ingenieur, der in der Firma über eine Finanzprokura verfügte, bei dem Türken investieren. Er selbst hatte aber nur bedingte Geldmittel zur Verfügung. Sein Gegenüber lechzte nach immer mehr Moneten.
Irgendwann zapfte der Osttiroler das Firmenkonto an. Über die Jahre häuften sich sage und schreibe 560.000 Euro an Fremdgeld an, die der Geschäftsführer veruntreute. Die nachlässigen Kontrollen in der Firma machten den langen Tatzeitraum möglich. Richter Josef Geisler schüttelte den Kopf über die Leichtgläubigkeit des Familienvaters. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab, er machte den Schaden auch teilweise wieder gut. Dennoch fasste er drei Jahre Haft aus, eines davon muss er absitzen. Urteil nicht rechtskräftig.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone










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