Uni-Proteste

Studenten zogen lautstark durch die Grazer Innenstadt

Steiermark
20.10.2010 04:45
Keine Vorlesungen, dafür Sprechchöre und Trillerpfeifen: Ausnahmezustand an den steirischen Unis! Die Bildungsmisere hat am Dienstag Tausende Studenten auf die Straßen getrieben. In Graz (Bild) legte eine Demo den Verkehr lahm, zeitweise ging in der Innenstadt nichts mehr. Volle Rückendeckung kam von den Rektoren.

Es ist beschämend, wie in Österreich mit dem so wichtigen Gut Bildung umgegangen wird: Bei den Forschungsausgaben wird gekürzt, nötige Infrastruktur nicht mehr bereitgestellt, Lehrkräfte werden abgebaut, Vorlesungen gestrichen. Sogar aus den Decken tropft Wasser. "Man spart auch auf Kosten unserer Gesundheit", so eine empörte Uni-Personalvertreterin.

"Schauen nicht mehr zu"
"Es scheint auch schon Standard zu sein, dass Veranstaltungen via Videoschaltung in Kinos übertragen werden, weil die Hörsäle aus allen Nähten platzen", ärgert sich Cengiz Kulac, der Vorsitzende der Hochschülerschaft. Er war einer der Organisatoren, die zur großen Herbst-Demo getrommelt hatten. Motto: "Wir schauen nicht mehr länger zu!"

Ab 14.30 Uhr formierten sich Tausende Studenten - "bewaffnet" mit Trillerpfeifen, Transparenten und Megaphonen - vor dem Hauptgebäude der Karl-Franzens-Uni, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen. Parolen skandierend und Fahnen schwenkend zog die bunte Truppe dann in Richtung Innenstadt - und sorgte zeitweise für Verkehrschaos in Graz. Das war ganz im Sinne der jungen Protestierer: "Wie sollen wir denn sonst die Öffentlichkeit wachrütteln?"

Leistungen bleiben auf der Strecke
Alfred Gutschelhofer, als Rektor von 27.000 Studiosi, versuchte es zuvor mit mahnenden Worten: "Wir haben 7.000 Studenten mehr als noch vor wenigen Jahren, das Budget ist aber gleich geblieben. Wir können viele Leistungen gar nicht mehr anbieten."

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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