Alkohol an Jugend

Wirte beim Thema Jugendschutz nachlässig

Österreich
21.09.2004 10:33
Laut Gewerbeordnung müssen Wirte mindestens zwei kalte alkoholfreie Getränke anbieten, die billiger oder gleich teuer sind als das günstigste alkoholische Getränk. Ein AK-Test in 60 Wiener Lokalen zeigt: 15 Prozent hielten sich nicht an die Vorschriften. 51 Wirte (85 Prozent) boten zwei kalte Softgetränke an, die entweder gleich teuer oder billiger waren als Alkohol.
Die AK hat zwischen April und Juni 60 Wiener Lokale überprüft, ob sie die Gewerbeordnung einhalten und mindestens zwei kalte alkoholfreie Getränke anbieten, die billiger oder gleich teuer sind als das billigste alkoholische Getränk. Die Lokale waren über Wien verstreut - City, Mariahilfer Straße, Landstraßer Hauptstraße, altes AKH, Millenium Tower, Donauplex, Multiplex Wiener Neudorf.

Das günstigste alkoholische Getränk war in allen Lokalen ein Krügerl Bier, das zwischen 2,60 und 4,39 Euro kostete. 9 Lokale (15 Prozent) hielten das Gesetz nicht ein, wovon in einem Lokal alle kalten alkoholfreien Getränke teurer waren als das günstigste alkoholische Getränk, also das Bier. In den restlichen 8 Lokalen kostete das auf der Karte zweitbilligste antialkoholische Getränk mehr als das Bier.

Alle 9 Lokale, die das Gesetz missachtet haben, wurden bereits von der AK schriftlich aufgefordert, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Zwei Lokale haben schon reagiert und die Getränkekarte umgestellt. Die anderen werden nach einiger Zeit nochmals kontrolliert und gegebenenfalls angezeigt.

Preisunterschiede enorm 
Der AK-Test zeigt, dass die Preisunterschiede bei Alkohol in den Lokalen enorm sind. Für einen weißen oder roten G'spritzten zahlen KonsumentInnen im günstigsten Fall 1,30 Euro, im teuersten 2,70 Euro, das ist ein Preisunterschied von 107,7 Prozent. Die gängisten offenen Biersorten sind Budweiser, Ottakringer, Goldfassl und Wieselburger. Die saftigste Preisdifferenz von 50 Prozent gab es dabei für ein Krügerl Wieselburger, das im billigsten Lokal 2,62 Euro kostet und im teuersten 3,90 Euro. Bei den Mischgetränken oder Longdrinks wurden für ein Flascherl Bacardi Breezer (0,275 Liter) je nach Lokal zwischen 2,90 und 5,10 Euro verrechnet. Bacardi Cola wurde von 2,10 Euro bis 8,30 Euro erhältlich - das ist ein Preisunterschied von geschmalzenen 295 Prozent.

Die AK-Tester wollten auch wissen, ob für ein Glas Leitungswasser bezahlt werden muss. 58 der 60 Lokale gaben an, für Leitungswasser nichts zu verrechnen, wenn der Kunde sonst auch noch etwas konsumiert. 2 verlangen für ein Glas (0,25 Liter) auf jeden Fall zwischen 10 und 60 Cent. Wenn ein Verbraucher nichts konsumiert und nur ein Glas Leitungswasser verlangt, berechnen 56 der 60 Betriebe trotzdem nichts. 
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