15.10.2020 10:26 |

300.000 Euro Schaden

Kärntner betrog Spielwaren-Firmen weltweit

Einen schweren Betrug mit einer Schadenssumme von über 300.000 Euro konnte die Polizei in Kärnten klären. Ein 23-Jähriger aus Klagenfurt schädigte mehrere Firmen unter anderem aus China, Holland, Deutschland, Ungarn, Slowenien, Amerika aber auch Österreich. Der Mann hat statt Spielzeug Kinderspielsand verkauft.

Bereits seit Juni wird gegen den jungen Mann ermittelt. Er war Betreiber eines Spielwarengeschäftes und eines Online-Handels in Klagenfurt und verkaufte im Sommer 2019 mehrere Paletten mit Sets aus Kinderplastikbausteinen einer namhaften europäischen beziehungsweise der weltweit größten Spielzeugfirma an zwei Großhändler aus Hongkong und den Niederlanden. Diese Sets wurden um zirka 10 bis 20 Prozent unter dem Listenpreis angeboten und auch tatsächlich mit Verlust verkauft.

Der Verlust war aber gewollt
Diesen Verlust nahm der 23-Jährige in Kauf, da er anbot, weiterer Hundert Stück dieser Sets zu diesem Preis verkaufen zu können. Und dadurch hat er das Vertrauen der Kunden erkauft und sie so zu weiteren Überweisungen veranlasst.

Kunden übers Ohr gehauen
Nachdem der 23-Jährige versicherte die bestellte Ware lagernd und lieferfertig zu haben, und die erste Lieferung problemlos erfolgte, wurde die Zahlung in der Höhe von  172.000 Euro geleistet. Doch die Lieferung wurde nie durchgeführt.

Im Juni 2020 versendete der Klagenfurter an zwei Käufer aus China via Luftfracht mehrere Paletten mit Spielsand, um das Gewicht auf die tatsächliche Lieferung anzupassen. Um Zeit zu gewinnen, täuschte der Mann dann auch noch mit gefälschten Kopien von Buchungen, die zur Schadenswiedergutmachung dienen, vor. 

Der junge Mann stand mit 13 Großhändlern (Deutschland, Tschechien, Dänemark, Slowenien und Österreich) in geschäftlicher Beziehung, wobei mit sämtlichen Händlern und Zulieferern Kontakt aufgenommen wurde. Der 23-Jährige war aber niemals im Besitz der versprochenen Spiele Sets.

Doch dem nicht genug. Bei den intensiven Erhebungen konnten noch weitere Geschädigte (es handelt sich dabei um 30 Personen) ermittelt werden. Da die chinesischen Geschädigten noch keine offizielle Anzeige bei der Hongkonger Polizei erstattet hatten, um der österreichischen Rechtsordnung gerecht zu werden, wurde auch in Hongkong Anzeige erstattet. Diese Anzeigen wurden im Original an die Polizeidienststelle Annabichl weitergeleitet und von einem Dolmetscher übersetzt.

Holländerin angereist, um in Annabichl Anzeige zu erstatten.
Eine 48-jährige holländischer Geschädigte reiste extra aus Holland an, um ihre Aussage persönlich auf der Polizeistation zu tätigen.

Weitere Opfer nach Hausdurchsuchung
Dem Antrag für die Untersuchungshaft und Hausdurchsuchung wurde stattgegeben. Der 23-Jährige wurde am Dienstag, dem 14. Oktober, festgenommen und in die Justizanstalt eingeliefert. Bei der Hausdurchsuchung konnten Schriftstücke vorgefunden werden, die auf weitere Opfer schließen lassen. 

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. 

 Kärntner Krone
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