Nach heftiger Kritik

ÖBB vereinfachen ihr Ticketsystem bis 2014

Österreich
12.10.2010 15:57
Die ÖBB reagieren auf die Kritik am unübersichtlichen Ticketsystem und arbeiten an einer Vereinfachung. Ab nächstem Jahr soll schrittweise das System "ticket4all" umgesetzt werden. "Das beste und billigste Ticket wird dem Kunden dann automatisch angeboten, die Suche nach Angeboten entfällt", erläutert ÖBB-Personenverkehr-Sprecher Thomas Berger.

Völlig umgesetzt wird das Konzept dann im Jahr 2014 sein. Zuletzt hatte die Schienen-Control GmbH (SCG) in ihrem Jahresbericht 2009 das Ticketsystem als "wenig kundenfreundlich" gerügt (siehe Infobox).

Der konkrete Zeitplan für "ticket4all": Im April 2011 soll das einfachere Internet-Ticketing starten, dann folgen die anderen Vertriebskanäle wie Call Center, besetzte Schalter, Zugbegleiter und Fahrkartenautomaten. Ein "intuitives Online-Ticketing" mit einfacher Benutzerführung wird derzeit gerade gemeinsam mit Kunden entwickelt. "Das machen wir mit Testgruppen, das ist kein Laborprodukt, sondern ein Praxisprodukt", so Berger. Ein Teil sei schon vorweggenommen, wie die "grafische Sitzplatzreservierung", die es für den Railjet der Bahn schon gebe und die künftig für alle Reisezüge angeboten werde.

1.500 Tarife abgeschafft
Parallel dazu wird die Tarifstruktur vereinfacht. Laut ÖBB-Personenverkehr-Chefin Gabriele Lutter wurden in den letzten Jahren bereits 1.500 Tarife abgeschafft - "und wir sind noch nicht am Ende". Ziel sei es, "für die ÖBB marktkonforme, für die Kunden überschaubare und leicht verständliche Preise" mit wenigen Variationen und Allgemeinrabatten außer dem Vorteilsticket zu etablieren.

Solange es kein "Österreich-Ticket" gibt, wird die Komplexität der Tarife aber schwer endgültig zu bereinigen sein. Ein gemeinsames Ticket für alle Verkehrsbetriebe und -verbünde, quasi eine "Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr", gibt es in Österreich bisher nicht. In der Schweiz wurde diese eingeführt und steigerte den Anteil der Nutzer des öffentlichen Verkehrs. In Österreich fehlt bisher der Wille der Politik, die Verkehrsverbünde von der Sinnhaftigkeit einer gemeinsamen Lösung zu überzeugen, meinen Experten.

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