12.10.2020 14:00 |

Forschung in Linz

Spinnennetze als Vorbild für dichtere Masken

Linzer Forscher versuchen, mit dem „Know-how“ der Netze bauenden Spinnen, die Probleme in der Masken-Produktion zu lösen.

Masken für die Menschen und gute Filter für die Lüftungsanlagen können die herbstlich-winterliche Corona-Gefahr in den Innenräumen reduzieren, betont Prof. Werner Baumgartner vom Institut für Medizin- und Biomechatronik an der JKU Linz, wir berichteten. Aber für Masken (besonders für medizinisches Personal) und für Filtervliese, die zuverlässig möglichst viele, auch kleinste Virenpartikel aus der Luft filtern, braucht man möglichst dünne Fasern in möglichst vielen Schichten, „Nanofasern“ genannt, die aber große Verarbeitungsprobleme aufwerfen: Sie haften nämlich extrem gut an Oberflächen, sie „picken“ fest.

Von Achtbeiner lernen
Hier kommt Prof. Baumgartner wieder ins Spiel, der sich gemeinsam mit einer Doktorandin und inspiriert von Laserphysiker-Kollegen an der JKU das Know-how der Spinnen abschaut. Denn die Achtbeiner können offenbar feinste Fasern produzieren, ohne sich darin zu verheddern oder sie zu zerreißen. Bestimmte Oberflächenstrukturen an Hinterleibern und Beingliedern machen das möglich.

Erste Praxisversuche
„Dieser Aspekt der Spinnenfäden ist relativ am Anfang“, räumt Baumgartner ein. Immerhin gibt es dafür bereits einen Projektpartner, Elmako, der in Tschechien Nanofasern erzeugt bzw. Produktionsanlagen dafür. Baumgartner: „Die testen schon Sachen von uns. Parallel versuchen wir, die Grundlagen zu untersuchen und herauszufinden, wie unterschiedliche Spinnenarten die Adhäsionsprobleme der Fasern gelöst haben.“

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