12.10.2020 12:00 |

Nur kein Stress!

Schnell is(s)t nicht immer gut

Während der Arbeit am Computer rasch einen Snack zu sich nehmen, für ein gesundes Mittagessen bleibt vor lauter Anspannung auch keine Zeit. Dazu kommen oftmals noch Schlafmangel sowie ungewohnte Routinen - und schon ist man in der „Stress-Esser-Spirale“ gefangen. Eine Expertin gibt Tipps, wie man es schafft, diese schlechte Angewohnheit wieder loszuwerden.

„Durch länger anhaltenden Druck vergisst man auf die Nahrungsaufnahme, tut das nur unregelmäßig oder verschiebt die Mahlzeit auf den Abend, um sich dann zu belohnen. Das führt dazu, dass man andere Lebensmittel als gewohnt, wie etwa Süßigkeiten oder Chips, zu sich nimmt“, bestätigt Katrin Krautgartner, Diätologin am Klinikum Schärding (OÖ). Um bei Stress nicht übermäßig viele Kalorien „hineinzuschaufeln“ , empfiehlt sie, erst gar keine oder nur wenige verführerische Snacks einzukaufen. Fragen Sie sich: Spüre ich wirklich Anzeichen für Hunger wie Magenknurren, fehlende Energie oder Kopfschmerzen? Denn oft wird Durst damit verwechselt.

Wer über den Tag verteilt ausreichend trinkt (bevorzugt Wasser, Früchte- und Kräutertees sowie stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte), kann daher Heißhungerattacken vorbeugen. Als Zwischenmahlzeiten eignen sich ballaststoffreiche Lebensmittel, die wenig Fett enthalten. Dazu zählen Obst, Gemüsesticks, Nüsse (auch gut zum Mitnehmen) oder Knäckebrot mit Hüttenkäse. „Vielen hilft es auch, ihre Lebensmittel zu portionieren, also etwa Nüsse in kleine Beutel zu füllen“, gibt die Diätologin einen weiteren hilfreichen Tipp. Dadurch isst man weniger davon. Vorsicht jedoch vor vermeintlich gesunden Snacks, die als fett- und salzarm beworben werden. Diese enthalten meist nur ballaststoffarme Kohlenhydrate, die den Hunger kaum stillen und den Blutzucker erhöhen. Nach kurzer Zeit stellt sich daher rasch wieder Appetit ein. „In stressigen Zeiten besser zwischendurch Relax-Snacks verzehren - Beerenobst mit Joghurt und Nüssen gilt etwa als Geheimrezept zur Entspannung“, verrät Katrin Krautgartner.

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Ein wichtiger Schritt ist auch, sich über sein eigenes Ess- und Trinkverhalten bewusst zu werden, um anschließend nach und nach Veränderungen vorzunehmen.

Katrin Krautgartner, Diätologin am Klinikum Schärding (OÖ)

Wird Essen immer öfter als Belohnung eingesetzt, können sich daraus richtige Fress-Attacken entwickeln. „Daher sollte jeder für sich herausfinden, welche Situationen bei ihm Stress auslösen und wie er diese bewältigen kann, ohne zum Falschen zu greifen“, berichtet die Expertin. Wie wäre es z. B. mit Entspannungsübungen oder autogenem Training? „Stress-Schlinger“ sollten weiters zu regelmäßigen Uhrzeiten speisen - auch (und besonders!), wenn viel Druck auf ihnen lastet. Widmen Sie sich einer Mahlzeit am besten ohne Eile, Nebenbeschäftigung oder Ablenkung durch Arbeit. Schnelle Esser verzehren meist große Portionen, bis sich das Sättigungsgefühl nach rund 20 Minuten einstellt. Daher Zeit zum Schlemmen nehmen! Ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen sorgt zudem für bessere Belastbarkeit, hebt die Stimmung und steigert die Leistungsfähigkeit. Durch bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Kakao kann man das Glückshormon Serotonin beeinflussen, Stimmungstiefs überwinden und Stress-Essen vorbeugen. Experten-Tipp: Wer an Vanillezucker oder einer -schote riecht, beugt Heißhungerattacken vor.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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