Das 26-jährige Opfer hatte sich damals schwer verletzt auf die Straße gerettet. Obwohl die Einsatzkräfte sowie die Sondereinsatzgruppe Cobra damals rasch an Ort und Stelle gewesen waren, wurde die Wohnung erst nach über drei Stunden gestürmt. Die Polizisten vernahmen hinter der Tür Stimmen. Schließlich hatte sich herausgestellt, dass diese von einem Fernseher stammten. Vater und Sohn befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Flucht. Ein Bruder des Hauptangeklagten brachte die beiden am nächsten Tag zur Polizei, wo sie sich widerstandslos festnehmen ließen.
Sohn untergetaucht
Der 19-jährige Sohn erschien am Freitag nicht zur Verhandlung. Laut Staatsanwaltschaft war er nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft untergetaucht und ist seitdem flüchtig. Der Angeklagte, dem die Staatsanwaltschaft außerdem Diebstahl und unerlaubten Waffenbesitz vorwarf, bekannte sich teilweise schuldig. Er soll neben der inkriminierten schweren Körperverletzung auch einen früheren Geschäftspartner, einen Bekannten des Opfers, bestohlen haben.
Rauferei und Schuss
Der Italiener gab zu, auf den 26-Jährigen geschossen zu haben, aber nur, um sich und seinen Sohn zu verteidigen. Die von seinem ehemaligen Geschäftspartner behaupteten Diebstähle seien aber erlogen. Vielmehr habe ihm dieser Geld für zuvor geleistete Arbeit geschuldet. Der ausständige Lohn soll unter anderem Auslöser für den Streit, im Zuge dessen der Schuss fiel, gewesen sein. Das Opfer sei ihm in die Wohnung gefolgt und habe ihn unter Druck gesetzt. Dabei sei es zu einem Rauferei und dem Schuss gekommen.
Der Geschäftspartner, ein 63-jähriger Ägypter, behauptete in der Verhandlung hingegen, von dem Beschuldigten bestohlen worden zu sein. Unter anderem hätte ihn dieser um Anzüge, Schmuck und andere Wertgegenstände erleichtert. Er habe von dem Italiener zunächst Anzüge für sein Bekleidungsgeschäft bezogen. Als er später keine weitere Ware kaufen wollte, habe ihn dieser bestohlen.
Iraner: "Sind in Wohnung auf mich losgegangen"
Der Iraner gab an, dass er dem Angeklagten in Kufstein zufällig begegnet sei und ihn auf den Diebstahl angesprochen habe. Daraufhin habe dieser ihn in seine Wohnung mitgenommen, um Teile des Diebesguts auszuhändigen. Dort seien der Italiener und sein Sohn zuerst mit Fäusten auf ihn losgegangen. Nachdem ihn der 39-Jährige angeschossen habe, sei er auf die Straße geflüchtet.
Der Prozess wurde vertagt, weil neben einem weiteren Zeugen, dem von dem Italiener Beute angeboten worden sein soll, auch die Erörterung der Sachverständigengutachten gehört werden sollen.








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