Abschlussparty

ÖVP feierte Wahlkampfende am Dancefloor

Österreich
07.10.2010 22:22
Einen außergewöhnlichen Weg hat die Wiener ÖVP gewählt, um am Donnerstagabend ihren Wahlkampfabschluss zu feiern: Statt wie ihre politischen Konkurrenten eine "klassische" Schlusskundgebung abzuhalten, machte sie Party. Die Partei lud rund 1.000 Wahlhelfer, Unterstützer sowie die Kandidaten zum "Urban Countdown" in die Hofstallungen im Museumsquartier. In kurzen Reden mobilisierten Spitzenkandidatin Christine Marek und Bundesparteichef Josef Pröll einmal mehr die Anhänger für den "Endspurt" bis kommenden Sonntag. Dann wurde zu coolen DJ-Sounds das Tanzbein geschwungen.

Das Motto des Wahlkampfabschlusses, "Auftakt zum Endspurt", nimmt die Wiener Volkspartei wörtlich: In den kommenden drei Tagen will die ÖVP mit "positiver Kraft und voller Power" die letzten Ressourcen mobilisieren, kündigte Marek an.

"Wir werden rennen bis zum Schluss, bis das letzte Wahllokal zu hat", motivierte Marek ihre Sympathisanten. Diese stimmten ihr mit lautem Gejohle und Geklatsche zu. Es werde unglaublich knapp, die Absolute der SPÖ "wackle": "Die wird weg sein am Sonntag", zeigte sie sich zuversichtlich.

ÖVP will "Unentschlossene"
Noch nie habe es so viele unentschlossene Wähler gegeben, die es mit "positiver Energie" für die ÖVP zu überzeugen gelte. Wenn jeder der anwesenden Gäste zehn Leute überzeuge, dann seien das 1,5 Prozent, welche die Partei zulegen könne, rechnete sie vor. Da könne es um "Sein oder nicht Sein" gehen.

Die Wahl bedeute laut der Spitzenkandidatin zwei Chancen für die ÖVP: Einerseits könne die absolute Mehrheit der Sozialdemokraten gebrochen werden, andererseits "zu sagen, wie es weitergeht". Dabei erteilte sie einer rot-grünen Zusammenarbeit nach dem Urnengang erneut eine Abfuhr: "Sicher net!" Vielmehr sei die Volkspartei nach dem 10. Oktober bereit, Verantwortung zu übernehmen: "Damit wir besser machen, was bisher schief gelaufen ist."

Pröll voll des Lobes
Schützenhilfe erhielt Marek von Vizekanzler und Bundesparteichef Josef Pröll. Er stimmte eine Lobeshymne auf die Landesparteiobfrau an: "Wir sind stolz auch dich." In den wenigen Monaten seit der Übernahme hätte es Marek geschafft, ein völlig neues Bild der Partei zu zeigen. Er hoffe, dass am Sonntag der "roten Arroganz" ein Ende gesetzt werde. Die Sozialdemokraten seien nervös wie nie zuvor. "Rennen wir, dass die Sohlen glühen!", feuerte er die Wahlhelfer auf.

Nach den Reden der beiden Politiker war Party angesagt. Ein DJ sorgte für die passenden Sounds, die Menge johlte, sang und tanzte. Ab morgen kehrt für die Wahlhelfer wieder Alltag ein, noch bis Sonntag werden sie in der Stadt unterwegs sein, um für die Volkspartei zu werben.

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