Seit Chuck seine Frau an die schlurfenden Untoten verloren hat, verdient er sich seinen Unterhalt in der TV-Show "Terror Is Reality", in der moderne Gladiatoren mit der Chance auf ein sattes Preisgeld ihr Leben im Kampf gegen Zombies aufs Spiel setzen. Chucks einzige Motivation, diesem grausamen Spektakel beizuwohnen, ist seine Tochter Katey, die seit einem Zombie-Biss auf eine tägliche Dosis des alles andere als günstigen Medikaments "Zombrex" angewiesen ist, um sich nicht selbst in eine der lebenden Toten zu verwandeln.
Natürlich kommt es eines Tages, wie es kommen musste, und die Untoten brechen über Fortune City und seine Bewohner herein. Chuck und Katey flüchten sich zwar gerade noch rechtzeitig in den sicheren Keller einer Shopping-Mall, doch von Ausruhen kann leider keine Rede sein. Bis zur Rettung verbleiben 72 Stunden – viel zu lange für die infizierte Katey. Vater Chuck macht sich daher auf und hat künftig gegen zwei Gegner zu kämpfen: die Massen von Zombies, die das Einkaufszentrum und die umliegenden Gebiete bevölkern, und die unaufhaltsam tickende Uhr.
Entdecke die Möglichkeiten
Als ob das nicht schon genug wäre, gilt es auch noch Überlebende zu retten, ein paar durchgeknallte Psychos in die Schranken zu weisen und zu guter Letzt der alles entscheidenden Frage auf den Grund zu gehen: Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass die Untoten plötzlich die Stadt bevölkern? Doch zunächst muss sich Chuck für die bevorstehenden Aufgaben rüsten. Glücklicherweise lassen sich die überall im Spiel verteilten Gegenstände – vom Besen über den Klappsessel bis zur Rohrzange – wie bereits im Vorgänger als Waffe nutzen.
Neu in "Dead Rising 2" ist, dass sich diese Allerweltsobjekte zu noch tödlicheren Waffen kombinieren lassen. So verwandelt sich der Rechen mit Hilfe einer Autobatterie in einen unkonventionellen Elektroschocker, während mehrere in einen Eimer gesteckte Akkuschrauber dem Zombie eine Gehirnwäsche verpassen, die dieser so schnell garantiert nicht vergessen wird. Je kreativer die Kombination, umso mehr Prestigepunkte häufen sich auf Chucks Erfahrungskonto, bis dieser aufsteigt und dadurch neue Fertigkeiten freischaltet und Attribute verbessert.
Zu zweit schnetzelt es sich leichter
Ebenfalls frisch hinzugekommen ist neben diversen entbehrlichen Minispielen der "Terror Is Reality"-Show, in denen sich bis zu vier Spieler im Zombie-Wettschnetzeln miteinander messen können, auch ein Online-Koop-Modus für zwei Spieler, der es einem zweiten Spieler jederzeit erlaubt, ins Spielgeschehen einzusteigen. Das hebt nicht nur den Spaß ungemein, sondern trägt auch entscheidend zur Senkung des Frusts bei. Denn zu Boden gegangene Mitspieler lassen sich ganz einfach wiederbeleben, was so manchen ungewollten Neuanfang erspart.
Dass man trotzdem nicht völlig umhinkommt, das Spiel neu zu laden, ist den vielen Zeitlimits zu schulden, die Chuck im späteren Spielverlauf immer öfter gehörig unter Druck setzen. Lässt man sie verstreichen, bleibt so manches Geheimnis ungelüftet. Zwar haben die Macher die Anzahl der Speicherpunkte erhöht, doch nach wie vor liegen diese zumeist zu weit weg vom Schuss, sodass für die Anreise wertvolle Sekunden oder gar Minuten verstreichen und die Missionen zu einer oftmals hektischen Geduldsprobe werden.
Nahezu alles richtig gemacht worden ist hingegen bei der Präsentation. Diese befindet sich zwar nicht unbedingt auf dem letzten Stand der Dinge, kann dank einer schier unglaublichen Fülle an witzigen Details und humorigen Anspielungen - auch auf Sound-Ebene - aber doch überzeugen, zumal die Untoten-Massen ruckelfrei über den Bildschirm schlurfen. Unverständlich ist hingegen, warum selbst kurze Videosequenzen (trotz Installation bei der PS3) durch störende Zwischenladezeiten unterbrochen werden und weshalb nicht alle Dialogzeilen vertont wurden.
Fazit: Wer Zombies mag, wird "Dead Rising 2" lieben. Auch wenn es mitunter äußerst brutal und blutig zur Sache geht, bleibt der Spaß dank jeder Menge Witz und humoriger Anspielungen nicht auf der Strecke. Für Frust (Zeitlimits, knappe Speichergelegenheiten) ist allerdings auch gesorgt. Wer diesem aus dem Weg gehen möchte, sollte auf den neuen Zwei-Spieler-Koop-Modus zurückgreifen.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, PC
Publisher: Capcom
krone.at-Wertung: 8/10
von Sebastian Räuchle










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