25.09.2020 14:52 |

„Uns eint der Wille“

Bim-Ausbau von Wien nach NÖ wird jetzt geprüft

Wien hat für das kommende Jahrzehnt einige Ausbaupläne für das Straßenbahnnetz in der Schublade - darunter auch die Anbindung des niederösterreichischen Umlands mit drei Linien. Solche Strecken werden nun realistischer. Denn aus beiden Bundesländern hieß es am Freitag, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer Umsetzung würden bis zum kommenden Frühjahr geprüft.

Wiens Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) erklärte in einem Pressegespräch die angedachten Routen. Zum einen soll eine neue Linie 72 von Simmering (ab Höhe der Hauptwerkstätte der Wiener Linien) nach Schwechat entstehen. Dieses 2,6 Kilometer lange Projekt, das auch die S7-Station Kaiserebersdorf anbinden würde, könnte bereits bis 2023 abgeschlossen werden, wurde am Freitag versichert.

Als zweite grenzüberschreitende Strecke ist die Verlängerung des 25ers um fast sieben Kilometer bis Groß-Enzersdorf vorgesehen. Der dritte Vorschlag betrifft die Verbindung ab der S-Bahn-Station Liesing bis nach Kaltenleutgeben - und zwar nach dem Modell Badner Bahn, wofür alte Schienentrassen wieder nutzbar gemacht werden könnten.

„Hohe Realisierungswahrscheinlichkeit“
Diese drei Verbindungen hätten durchaus eine „hohe Realisierungswahrscheinlichkeit“, wie Sima versicherte: „Da sind wir jetzt schon nur ein paar Hundert Meter von der Stadtgrenze entfernt.“ Die Planungsgemeinschaft Ost (PGO) sei mit einer entsprechenden Prüfung, was die Umsetzung betrifft, beauftragt worden. Klar sei aber auch, dass Wien die Kosten dafür nicht alleine tragen werde. Das könne nur gemeinsam mit dem Bund und Niederösterreich gestemmt werden.

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Uns eint dabei der Wille, die besten Lösungen über Ländergrenzen hinweg zu finden.

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP)

„Uns eint der Wille“
Aus Niederösterreich kamen am Freitag prompt positive Signale. Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) versicherte, den Plänen offen gegenüberzustehen. Mit einem Ergebnis der PGO rechnet er im Frühjahr. „Uns eint dabei der Wille, die besten Lösungen für Pendlerinnen und Pendler über Ländergrenzen hinweg zu finden. Wir sprechen von einem Lebensraum, in dem Verwaltungsgrenzen keine Rolle spielen sollten“, replizierte er auf Sima.

Rund 400 Millionen Euro Kosten
Erste Schätzungen auf Expertenebene liegen bei fast 400 Millionen Euro für die bauliche Umsetzung. Dazu kommen noch jährliche Bestellkosten des Verkehrsangebots in Höhe von rund 40 Millionen Euro.

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