05.10.2010 12:52 |

Illegales Glücksspiel

Land legt härtere Gangart ein: Strafen werden nun erhöht

Mit einer Novelle des Tiroler Veranstaltungsgesetzes will das Land die Flut der illegalen Glücksspielautomaten eindämmen. Ein Entwurf ist bereits in Ausarbeitung. Laut Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) kann das neue Gesetz noch heuer beschlossen werden. Geplant ist, die Strafen zu erhöhen und Schlupflöcher zu stopfen.

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht und alle Experten zu diesem Thema angehört", berichtete die zuständige Landesrätin Zoller-Frischauf am Montag der "Krone". Fazit der Beratungen: Glücksspiel außerhalb der konzessionierten Casinos bleibt in Tirol verboten. Das neue Glücksspielgesetz des Bundes, beschlossen im Juli dieses Jahres, bringt in etlichen Bereichen Verschärfungen mit sich. Nun geht es darum, diese auch auf Landesebene umzulegen - durch eine Novelle des Tiroler Veranstaltungsgesetzes.

Angedacht ist eine Erhöhung der Verwaltungsstrafen von 15.000 auf 22.000 Euro und eine Neuregelung der Kontrolle. "Ich bin froh, dass wir nun in Tirol zehn eigens geschulte Mitarbeiter in der Sonderkommission Glücksspiel haben", so die Landesrätin. Dadurch sei gewährleistet, dass die Razzien auch von Erfolg gekrönt sind und nicht durch Formalfehler zunichte gemacht werden. "Bis jetzt waren ja die Gemeinden dafür zuständig, und die waren oft überfordert", berichtet die Landesrätin.

"Illegale Spielautomaten wegbringen"
Sie hofft, dass die Novelle noch in diesem Jahr im Landtag beschlossen werden kann. "Unser Ziel ist es jedenfalls, alle illegalen Spielautomaten wegzubringen." Für einen Großteil sei das Bundesgesetz anzuwenden, die "Soko Glücksspiel" ist durch die bislang fehlende Novelle nicht in ihrer Arbeit eingeschränkt. Mit dieser sollte es dann möglich sein, auch das "kleine Glücksspiel" mit geringen Einsätzen, aber hohen Verlustmöglichkeiten, zu erfassen.

Ärgerlich ist für LA Fritz Dinkhauser die Debatte um kleines und großes Glücksspiel: "Im Casino gibt es keine kleinen und großen Sünden, obwohl es kleine und große Verluste gibt. Wo der Staat mit- und abkassiert, ist der Schutz der Spieler plötzlich nicht mehr so wichtig." LA Fritz Gurgiser verlangt, "mit aller Härte" gegen die Betreiber vorzugehen.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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