22.09.2020 15:53 |

Psychotischer Schub

Hometrainer aus Fenster geworfen: Einweisung

Bis 2019 hat er als Anästhesist am Wiener AKH gearbeitet, zuvor auch in anderen Spitälern, doch zumeist nur kurz. Er galt als schwierig, fühlte sich gemobbt und dabei anderen überlegen - litt, wie sich später herausstellte, an paranoider Schizophrenie. Nun saß der 36-Jährige vor Gericht, weil er im Zuge eines akuten psychotischen Schubes Anfang Mai in Wien ein Rudergerät aus dem Fenster warf und Polizisten in seiner Wohnung attackierte.

„Ich kann mich nur mehr bruchstückhaft erinnern“, meinte der Angeklagte am Dienstag vor einem Schöffensenat. In ihm sei „so eine Wut, so eine Aggression gewesen“, erklärte er sein Handeln am 9. Mai dieses Jahres. Da hatte er zunächst einen Hometrainer und andere Gegenstände aus dem Fenster auf die Straße geworfen, in der Folge eingreifende Polizisten für Einbrecher gehalten, diese mit Hantelscheiben beworfen, Fußtritte sowie Schläge ausgeteilt.

„100 zu eins, wie er heute beisammen ist“
Dass er an einer psychischen Erkrankung leidet, sah der Angeklagte zunächst nicht ein. Mittlerweile jedoch hat sich das geändert. „Ich gehe davon aus, dass ich eine psychische Erkrankung habe“, betonte er nun vor Gericht, er wird auch mit einer regelmäßigen Depotspritze versorgt, dank der er sich nun „wie ausgewechselt“ fühle.
Bestätigt wurde das auch seitens des Gerichtspsychiaters Peter Hofmann. „Es ist 100 zu eins, wie er heute beisammen ist.“

Unterbringung bedingt ausgesprochen
Der 36-jährige Mediziner wurde schlussendlich in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, die Unterbringung bedingt ausgesprochen. Er muss sich weiterhin medikamentös sowie psychotherapeutisch behandeln lassen, wird von einem spezialisierten Verein engmaschig betreut und überwacht. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Künftig hoffe er, wieder in seinem Fachbereich arbeiten zu können, erklärte der Arzt.

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