16.09.2020 07:59 |

Lenkerin sah fern

Frau nach Todescrash mit autonomem Auto verurteilt

Der erste tödliche Verkehrsunfall mit einem selbstfahrenden Auto hatte im Jahr 2018 für viel Diskussionen gesorgt - nun ist die Back-up-Fahrerin, die den Crash mit einer Passantin, die ihr Fahrrad über die Straße schob, nicht verhindert hatte, wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Der Unfall war laut Polizeibericht „völlig vermeidbar“ gewesen.

Die Tragödie spielte sich Ende März 2018 in Tempe im US-Staat Arizona ab. Die Sensoren erkannten zwar die Fußgängerin, reagiert jedoch zu spät auf die Frau auf der Straße. Die 49-jährige Elaine Herzberg wurde mit 61 Kilometern pro Stunde von dem Fahrzeug des Fahrtendienstes Uber - einem SUV der Marke Volvo - erfasst.

Software konnte Passantin nicht einordnen
Die Angeklagte, die am Steuer saß, hatte zum Zeitpunkt des Unfalls ferngesehen - sie sah sich die TV-Show „The Voice“ an und hatte den Blick nicht auf die Straße gerichtet. Das selbstfahrende System hatte laut dem Fernsehsender NBC Probleme, die Fußgängerin zu klassifizieren, und konnte nicht feststellen, ob es sich um ein Fahrzeug, Fahrrad oder einen anderen Verkehrsteilnehmer handelte. Daher konnte die Software nicht feststellen, in welche Richtung das Unfallopfer unterwegs war, und ging davon aus, dass eine Bremszeit von 1,3 Sekunden ausreiche.

Tests wurden temporär ausgesetzt
Der Fahrtendienst Uber wurde dagegen nicht belangt. Das Unternehmen setzte nach dem Crash seine Tests mit autonomen Fahrzeugen temporär aus. Nach einem Jahr wurden diese wieder fortgesetzt - die Autos waren dann mit geringeren Geschwindigkeiten und strengeren Beschränkungen unterwegs.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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