31.08.2020 06:00 |

Studie der Ärztekammer

Patientenschwund in den steirischen Arztpraxen

„Steirer fürchten sich vor dem Arzt“: So titelte die „Krone“ Ende Juni - und thematisierte den Rückgang an Patienten in den steirischen Ordinationen während der Coronazeit. Nun liegt uns eine brandaktuelle, repräsentative Umfrage der Ärztekammer vor, welche die Situation der Ärzte hierzulande im Krisenjahr 2020 im Detail unter die Lupe nimmt.

Große Patientenrückgänge
380 niedergelassene Mediziner haben an der Studie teilgenommen, die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Von Jänner bis März 2020 verzeichneten 17 Prozent der Kassenmediziner und 22 Prozent der Fachärzte weniger Patienten als im ersten Quartal 2019. Bei den Wahlärzten waren es sogar rund 28 bzw. 29 Prozent.

Im zweiten Quartal, dem Höhepunkt der Coronazeit, waren die Patienten noch zurückhaltender: Rückgänge gab es bei 36 Prozent der Allgemeinmediziner und bei 44 Prozent der Fachärzte mit Kassenvertrag. Noch stärker leerten sich die Wartesäle der Wahlärzte: Ein Patientenminus beklagten 42 Prozent der Privatärzte und 48 Prozent der Fachmediziner.

Großteil der Ärzte wich auf Telemedizin aus
Wie aber hat man in den steirischen Ordinationen auf die Situation reagiert? 87 Prozent der Praktiker und 70 Prozent der Ärzte mit einem eigenen Fachgebiet sind auf Telemedizin umgestiegen - wie in vielen Berufen war hier „Videokonferenz“ das Modewort -, ebenso wie rund zwei Drittel der Wahlmediziner. Übrigens mit durchaus positiven Erfahrungen - auch wenn der zeitliche Aufwand durch Ferndiagnosen größer geworden sei, wie die Ärztekammer-Umfrage bestätigt. „Die niedergelassenen Ärzte waren als Rückgrat der Versorgung in der Krise immer da und haben - soweit möglich - den Patienten Telemedizin angeboten“, berichtet Norbert Meindl, Obmann der niedergelassenen Ärzte.

Alexander Moussa war einer jener praktischen Ärzte, die während des Lockdowns in Hartberg sofort eine 24-Stunden-Versorgung auf die Beine stellten: „Wir haben die Telefonanlage in der Praxis auf sechs Telefonleitungen erweitert, um die vielen Anfragen abarbeiten zu können.“

Herwig Lindner blickt jedoch bereits in Richtung Herbst. Der Ärztekammerpräsident lehnt das bevorstehende Ende der telefonischen Krankschreibung strikt ab. Zudem fordert die Ärztekammer - wie im Tourismusbereich - kostenlose Covid-19-Tests für alle steirischen Gesundheitseinrichtungen.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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