26.08.2020 06:00 |

Verkehr behindert?

Vespa-Unfall: Keine Hilfe, dafür sogar Beschwerden

Beschämend: Statt einem im Kreisverkehr liegenden Vespafahrer im steirischen Gralla zu helfen, ignorierten ihn - wie berichtet - etliche Verkehrsteilnehmer. Sogar zwischen den Einsatzkräften und dem Schwerverletzten zwängten sich Autos und Lkw - oft mit wenigen Zentimetern Abstand - durch. Manche beklagten sogar die „Behinderung“.

Bei den Einsatzkräften ist die Bestürzung groß. In einem Kreisverkehr kurz nach der Autobahnabfahrt Leibnitz stürzte Montagfrüh auf der nassen Fahrbahn ein 59-jähriger Vespafahrer. Doch Erste Hilfe zu leisten, schien vielen Verkehrsteilnehmern nicht in den Sinn zu kommen, sie fuhren einfach an ihm vorbei - obwohl man sich deswegen ein Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung einfangen könnte.

Lenker beschwerte sich über „Behinderung“
Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der am Heimweg von seinem Nachtdienst war, blieb stehen und half, zwei Frauen unterstützten ihn dabei. Auch der Lenker eines Firmenbusses hielt an. Um zu assistieren? Nein - er beschwerte sich, dass das Auto des Rotkreuz-Mitarbeiters den Verkehr behindere, und brauste davon!

Polizei musste sich in den Weg stellen
Kaum zu glauben ist auch, dass etliche Lenker ihre Fahrzeuge an der Unfallstelle vorbeizwängten, nur wenige Zentimeter am Verletzten und den Hilfeleistenden vorbei. Auch als der Rettungswagen ankam und mit Blaulicht im Kreisverkehr abgestellt wurde, änderte sich nichts am Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer: „Ein Lkw hat sich sogar zwischen dem Vespafahrer und dem Rettungswagen durchgezwängt. Das war richtig knapp, auch für uns ist es einige Male eng geworden, wir mussten während der Versorgung aufpassen, dass uns keiner erwischt“, erzählt ein Rettungssanitäter.

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Ein Lkw hat sich sogar zwischen dem Vespafahrer und dem Rettungswagen durchgezwängt.

Ein Rettungssanitäter

„Unfall war offensichtlich“
„Der Unfall war für jeden offensichtlich. Wir blockierten schließlich die Stelle mit unserem Dienstwagen. Die betroffene Ausfahrt Richtung Heimschuh hätte man zudem ohne Probleme umfahren können“, schüttelt ein Polizeibeamter über die Szenen den Kopf.

Von
Monika Krisper
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