06.07.2020 08:53 |

Zahlreiche Maßnahmen

Nach Corona-Pause: Pariser Louvre öffnet wieder

Der Saal, in dem die weltberühmte Mona Lisa hängt, erinnert mit seinen Zick-Zack-Absperrungen an die Check-in-Schlangen von Flughäfen zur Hochsaison. Orangefarbene Punkte am Boden signalisieren den Abstand, den die Besucher darin wahren müssen. Die Sicherheitsvorkehrungen gehören zu den zahlreichen Maßnahmen, mit denen der Louvre in Corona-Zeiten ab Montag wieder öffnet.

Als das meistbesuchte Museum der Welt sei die bevorstehende Wiedereröffnung eine große Herausforderung, sagte Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez. Im vergangenen Jahr drängelten sich rund 9,6 Millionen Menschen durch den riesigen Kunstpalast.

30 Prozent der üblichen Besucherzahl
Der Louvre wird nun nicht mehr als 30 Prozent seiner üblichen Besucherzahl den Einlass zu seinen Schätzen gewähren können. „Man wird unter anderem wieder die Säle der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts öffnen, die Abteilungen islamischer Kunst und italienischer Skulpturen“, erklärte der Louvre-Chef. Und natürlich den Zugang zu seinen Stars: der marmornen Schönheit der Statue der Venus von Milo und der Mona Lisa von Leonardo da Vinci.

Louvre-Chef hofft auf Besucher
Statt der 30.000 bis 40.000 Menschen täglich werden nun nur noch ein Bruchteil davon das Museum besuchen dürfen. Ob so viele auch kommen werden, ist vorläufig noch fraglich. Denn das Gros des Publikums kommt zu 75 Prozent aus dem Ausland. An erster Stelle kommen die US-Amerikaner, gefolgt von den Chinesen. Die Europäer nehmen den dritten Platz ein, gefolgt von den Koreanern und Brasilianern. Nur zwei Millionen kämen aus Frankreich, beendete Martinez seine Aufzählung. Er hoffe auf 3000 bis 4000 Besucher, im besten Fall 5000, im Sommer, erklärte er. Bei Covid-Warnungen vor nicht notwendigen touristischen Reisen bleibt hinter dem Wunsch tatsächlich ein großes Fragezeichen.

40-Millionen-Euro-Verlust wegen Lockdown
Der Louvre finanziert sich zu über 50 Prozent selbst, vor allem durch den Verkauf von Eintrittskarten. Der Rest wird durch öffentliche Subventionen abgedeckt. Durch die wochenlange Schließung beziffert Martinez den Verlust auf 40 Millionen Euro. Man habe das Glück, dass der Staat der Hauptmäzen sei, so der Museumschef.

Der Louvre öffnet 70 Prozent seiner Ausstellungsfläche und macht wieder über 35.000 seiner Werke unter den obligatorischen Corona-Regeln zugänglich wie dem Tragen eines Nasen-und-Mund-Schutzes. Die Besichtigung der Säle folgt einem vorgeschriebenen Parcours, der vermeiden soll, dass sich die Kunstinteressierten kreuzen.

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