03.07.2020 13:37 |

Auch Gewinn für Firmen

SPÖ-Chefin fordert „Mut“ für Vier-Tage-Woche ein

SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner rührt weiter die Werbetrommel für eine Vier-Tage-Woche. Diese würde nur ein Fünftel der jetzigen Kurzarbeit kosten, rechnete die Politikerin vor. Sie forderte Kritiker des Modells dazu auf, „mutig zu denken und ideologische Scheuklappen abzulegen“.

Derzeit würden 50.000 offene Stellen auf 500.000 Arbeitslose kommen, wenn die Kurzarbeit auslaufe, drohe eine Kündigungswelle. „Wir wollen ein nachhaltiges Modell“, betonte Rendi-Wagner und ergänzte in Richtung der Arbeitgebervertreter: „Ein reflexartiges Nein ist nicht der richtige Weg aus dieser schweren Krise.“

Kurzarbeitsmodell soll weiterhin bleiben
Die Kritik von Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer erklärt sie sich damit, dass dieser sich das SPÖ-Modell wohl nicht genau angesehen habe. Und Rendi-Wagner erinnerte an die ungleiche Verteilung der Arbeit: „Teilzeit ist weiblich, Überstunden sind männlich.“ Nun seien die Sozialpartner gefordert, die Gewerkschaft stehe jedenfalls hinter der Vier-Tage-Woche. Die Möglichkeit der Kurzarbeit solle weiterbestehen.

Und so sieht das SPÖ-Modell aus: Die Arbeitszeit wird für vorerst drei Jahre um 20 Prozent verringert. Ein Drittel der Kosten trägt der Betrieb, ein Drittel das AMS und der Arbeitnehmer bekommt um fünf Prozent seines Nettogehaltes weniger. Die Arbeitgeber sollen sich dadurch 15 Prozent der Lohnkosten ersparen - bei gleichzeitig steigender Produktivität. Der Staat wiederum hätte weniger Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Mehreinnahmen durch eine höhere Beschäftigungsrate. Die Nettokosten für die öffentliche Hand würden pro einer Million Teilnehmer am Vier-Tage-Modell bei netto 1,14 Milliarden Euro liegen. Die Kurzarbeit koste derzeit rund sechs Milliarden Euro, rechnete die Bundesparteivorsitzende vor.

Unternehmen berichten Positives über Vier-Tage-Woche
Mehrere Unternehmen machten bereits positive Erfahrungen, was die Vier-Tage-Woche betrifft. Google berichtete nach einem dementsprechenden Experiment von einer Produktionssteigerung von knapp 40 Prozent.
 Auch ein neuseeländisches Unternehmen hatte Positives zu berichten: Es konnte ein massiver Anstieg beim Engagement und der Zufriedenheit der Mitarbeiter festgestellt werden. Bei der Produktivität habe es trotz reduzierter Stundenanzahl keinen Rückgang gegeben.

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