Teilschuld für Benko

Anwalt: „Werden zeitnah U-Haft überprüfen lassen“

Tirol
10.12.2025 19:17

Direkt nach der Urteilsverkündung trat Norbert Wess, Verteidiger von René Benko, am Donnerstag im Foyer des Landesgerichtes Innsbruck vor die Medien. Dabei sprach er von einem „lachenden und weinenden Auge“, gab preis, was in seinen Augen „unerwartet“ gewesen sei, und verkündete zugleich die nächsten Schritte.  

„Das Urteil ist schwierig zu kommentieren“ – mit diesem Satz begann Norbert Wess sein Statement. Es rufe in ihm ein „lachendes und weinendes“ Auge hervor. „Zwei der insgesamt elf Uhren sind für das Schöffengericht übrig geblieben, die nicht als Schenkung gewertet worden sind. Das muss man zur Kenntnis nehmen und erst einmal sacken lassen – auch als Verteidiger“, betont er. 

„Es verlief alles tadellos und einwandfrei“
Aus seiner Sicht sei eine Herangehensweise doch „etwas unerwartet“ gewesen – „und zwar, dass das Schöffengericht die Uhren im Zuge seiner Beurteilung nochmals einzeln aufgesplittet hat“. Also sprich, dass die Uhren einzeln beurteilt worden sind. „Aber prinzipiell hatte ich den Eindruck, dass sich das Schöffengericht die Causa sehr genau angesehen hat. Hier gibt es nichts zu beanstanden, es verlief alles tadellos und einwandfrei“, sagte Wess. Ob er mit seinem Mandanten Rechtsmittel einlegen werde, müsse erst gemeinsam besprochen und entschieden werden. „Wir haben ja noch bis kommenden Montag Zeit dafür.“

Norbert Wess mit seinem Mandanten René Benko am Mittwoch vor Gericht in Innsbruck
Norbert Wess mit seinem Mandanten René Benko am Mittwoch vor Gericht in Innsbruck(Bild: APA/EXPA)

„Das tröstet mich auch ein wenig“
Auch zum Freispruch von Nathalie Benko hat sich Wess geäußert. „Das war aus meiner Sicht zu erwarten. Ich gratuliere vor allem meinem Kollegen Michael Hohenauer für seine Arbeit und wie er vor Gericht vorgetragen hat. Hierzu gab es nichts Belastendes im Akt. Das tröstet mich auch ein wenig“, schilderte der Verteidiger, „jedenfalls kam dieses Urteil für mich nicht unerwartet, dennoch ist es erfreulich, dass es so ausgegangen ist“. 

Zwischen dem Ehepaar Benko gab es heute erstmals ein Wiedersehen seit knapp einem Jahr – konkret seit der Verhaftung von René Benko. „Ich möchte die Emotionen meines Mandanten nicht groß breittreten, aber es war erkennbar, dass die Situation heute für beide nicht einfach war“, sagt Wess.

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Es war erkennbar, dass die Situation heute für beide nicht einfach war. 

Norbert Wess, Verteidiger von René Benko

Keine überwachten Telefonate: „Das ist gesetzwidrig“
Er kritisiere, dass zwischen den Eheleuten „nicht einmal überwachte Telefonate“ möglich seien – die beiden „haben immerhin drei gemeinsame Kinder“. In seinen Augen sei dies „gesetzwidrig“. „Wir kämpfen dagegen an, warten seit Monaten auf eine Gerichtsentscheidung. Es ist wirklich unbefriedigend, dass man das nicht schneller lösen kann und will“, sagt er.

U-Haft „zeitnah überprüfen lassen“
Auch die weiteren Pläne gibt der Verteidiger von Benko preis: „Das Nächste, das wir vorantreiben werden, ist die Frage der U-Haft. Immerhin hat man meinen Mandanten wegen dieses Verfahrens in U-Haft genommen. Es handelt sich hierbei zwar um keinen glatten Freispruch, aber am Ende des Tages wurde ,nur‘ eine bedingte Freiheitsstrafe in einem kleinen Bereich verhängt. Wie kann man spätestens jetzt noch eine ,Tatbegehungsgefahr‘ für die Zukunft annehmen? Hier muss es künftig konkrete Anhaltspunkte geben, das werden wir zeitnah vom Gericht überprüfen lassen.“ 

Benko bleibt „bis auf Weiteres“ in Tirol
Und bleibt René Benko auch weiterhin in der Justizanstalt Innsbruck oder wird er wieder nach Wien überstellt? „Es ist seitens des Gerichtes entschieden worden, dass mein Mandant bis auf Weiteres in Tirol bleiben kann – es gibt auch keine Ablauffrist und bisher auch keine Einwände“, so Wess. 

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