21.06.2020 13:30 |

Portrait

Maria Simma: „Kunst ist eine Investition“

Maria Simma, Präsidentin der Vorarlberger Künstlervereinigung, ist Mitbegründerin des Vereins „Locart“, der die von der Coronakrise besonders betroffenen Künstler unterstützt.

Die Liebe zu Kunst und Kultur wurde Maria in die Wiege gelegt. Ihr Großvater, Alt-Bürgermeister Karl Tizian, schuf in den 50er- und 60er-Jahren die Voraussetzungen für die Kulturstadt Bregenz (Festspiele, Theater, Museum). Ihr Onkel Guntram ist Gründer des Jugendsymphonieorchesters Dornbirn und auch Vater Alfons Simma trug seinen Teil dazu bei: „Er hat eine Vorliebe für verrückte, schräge, andersdenkende Menschen. Sowas färbt ab!“

Ähnlich bunt gestaltete sich das Berufsleben der heute 38-jährigen: Bereits während ihres Anglistik- und Germanistik-Studiums in Wien arbeitete sie am „Jüdischen Theater Austria“. Später lernte sie als Marketing-Leiterin des „Austria Cultural Forum New York“ und des „Kunstmuseum Liechtenstein“ sowie am „Österreichischen Kulturforum Berlin“ zahlreiche Facetten verschiedenster Kunstrichtungen kennen.

Kein Wunder, dass sie 2019 gebeten wurde, als Nachfolgerin von Willi Meusburger die Präsidentschaft der „Berufsvereinigung Bildender Künstler Vorarlbergs“ in deren Stammhaus im Palais Thurn und Taxis zu übernehmen. „Ich empfinde das als große Ehre - auch und vor allem, weil das Programm aus der Künstlerschaft heraus entsteht. Sie können auch machen, was sie wollen. Wir leben hier die viel herbeigesehnte Niederschwelligkeit also tatsächlich“, so die Geschäftsführerin der „Simma Holding GmbH“ (Immobilien) zu ihrem zeitintensiven Ehrenamt.

Künstler dürfen keine Bittsteller sein

„Ich bin quirlig und verstrudelt-chaotisch, mit lauter Ideen im Kopf und zu wenig Zeit. Daher setze ich auf Kommunikation und Kooperationen“, beschreibt die Kulturvermittlerin ihren Arbeitsstil. Kooperation ist derzeit nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise gefragt, verloren doch viele Künstler während des Lockdowns ihre Existenzgrundlage. Maria initiierte daraufhin mit weiteren Kulturschaffenden aller Richtungen den Verein „Locart“, der Spenden und Fördergelder für die über Monate beschäftigungslosen Künstler lukriert. „Das Zitat von Weizsäcker, der meinte, dass es grotesk sei, Ausgaben im kulturellen Bereich Subventionen nennen, während in anderen Bereichen ganz selbstverständlich von Investitionen gesprochen wird, ist prägend“, so die zweifache Mutter, welche die Kulturförderung auch nach der Pandemie forcieren will. „Wir wollen die Künstler aus der Bittstellerposition holen. Bei diesem Projekt steht nicht jeder für sich, sondern wir für alle“, betont Maria den Solidaritätsgedanken. Das ist zweifellos die richtige Haltung in Zeiten wie diesen...

Raimund Jäger

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