26.08.2010 08:28 |

Schutt in Obernberg

"Deponie" sorgt für Aufregung: Anzeige gegen G. Stocker

Der geplante Hotelbau am Obernberger See im Auftrag des Grundeigentümers Gerhard Stocker sorgt weiter für Missmut. 4.400 Bürger haben sich im Internet gegen die bevorstehende Errichtung des Wellness-Tempels in dem Naturschutzgebiet ausgesprochen. Landwirtin Roswitha Lacher erstattete gegen Stocker Anzeige.

"Stocker hat im Mai diesen Jahres Grabungsarbeiten für Wasserleitungen im Naturschutzgebiet durchführen lassen", so Lacher. Tonnenweise Geröll haben die Bagger zu Tage getragen. Wohin mit dem Schutt? "Stocker hat die Massen im Talende einfach in die Wiese kippen und plattwalzen lassen", so Lacher.

Tonnen von Geröll auf Wiese deponiert
Ein Lokalaugenschein der "Krone" ergab: Auf rund 200 Quadratmetern Wiese deponierten die Bagger Tonnen von Geröll. An der höchsten Stelle misst die Ablagerung rund 1,80 Meter. Die Naturschutzbehörde des Landes wusste nichts davon: "Wir werden die Sache prüfen. Es ist zu klären, ob die Ablagerung im Schutzgebiet stattgefunden hat", so der stellvertretende Chef Franz Schett.

"Ich habe Anzeige beim Umweltanwalt erstattet." Lacher wandte sich mit der Anzeige an die "Krone". Die Landwirtin, deren Lebensgefährte am Obernberger See seit Jahren großräumige Weiderechte besitzt, will mit rechtlichen Mitteln und den Medien gegen derartige Naturzerstörung vorgehen: "Wenn das Hotel bewilligt wird, müssen massivere Grabungen durchgeführt werden. Wird dieser ganze Schutt dann auch einfach ins Naturschutzgebiet gekippt?", fragt sich die Frau.

Stocker: "Alles rechtens"
Für Stocker ist alles rechtens abgelaufen: "Ich habe eine Baufirma für die Arbeiten engagiert. Wohin die den Schutt geleert haben, weiß ich nicht."

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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