20.05.2020 06:57 |

Verweigerer als Risiko

Weltärztepräsident fordert Corona-Impfpflicht

Die Ansage von Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery wird militanten Impfgegnern nicht gefallen: Der Mediziner sprach sich für eine allgemeine Impfpflicht aus, sobald ein Serum gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung steht. Wer sich nicht immunisieren lasse, stelle ein hohes Risiko für seine Mitbürger dar, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten, warnte Montgomery.

„Wir müssen deshalb möglichst viele Menschen impfen“, sagte der Präsident des Weltärztebundes den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch im Fall der Masern hatte sich Montgomery für die Impfpflicht eingesetzt, die seit März in Deutschland gilt. Auch in Österreich wurde eine solche heftig diskutiert - Ärzte fürchten, dass sich gerade wegen der SARS-CoV-2-Pandemie die gefährliche Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft, wieder rasant ausbreiten könnte.

Die deutsche Bundesregierung strebt derzeit allerdings keine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus an. Die Impfung solle freiwillig sein, hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) den Funke-Blättern in einem am Wochenende veröffentlichten Interview gesagt. Wer die Impfung nicht wolle, „muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“.

Internationale Regelung zu Verteilung von Impfungen gefordert
Montgomery warnte nun auch davor, die weltweite Verteilung des Impfstoffes dem freien Markt zu überlassen. Um die Weltbevölkerung zu schützen, würden sieben Milliarden Impfdosen benötigt: „Das darf nicht der freie Markt regeln. Dazu brauchen wir eine internationale Regelung.“

Impfung darf keine Kostenfrage sein
In Deutschland müsse die Regierung mit gesetzlichen Maßnahmen dafür sorgen, dass nicht derjenige als Erster geimpft werde, der am meisten dafür zahle, forderte der Weltärztepräsident. Als Erstes müssten die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie die Mitarbeiter in den Kliniken geimpft werden. Die Organisation hatte erst vor Kurzem eine Aufhebung von Patenten bezüglich eines Impfstoffs gefordert.

Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer befürwortet Impfpflicht
Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) befürwortet dezidiert eine Impfpflicht für Covid-19. „Wie viel Leid und welch schwerwiegende Folgen diese Krankheit ausgelöst hat, haben wir in den letzten Wochen sehen müssen. Ja, ich bin daher für eine verpflichtende Impfung, sobald ein sicherer und ausreichend getesteter Impfstoff zugelassen wird“, zitierte ihn am Dienstag das „profil“.

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