30.04.2020 08:09 |

„Jetzt USA befreien“

Musk bezeichnet Corona-Maßnahmen als „Faschismus“

Tesla-Chef Elon Musk hat die Nase voll von den Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie. In einer Telefonkonferenz zum Tesla-Quartalsergebnis rastete der Milliardär völlig aus und bezeichnete die Maßnahmen als „Faschismus“. Auch auf Twitter ätzt der Elektroauto-Pionier immer wieder gegen die Einschränkungen - Musk hatte vergeblich um eine Ausnahmeerlaubnis bei den Behörden angesucht, um den Betrieb im Tesla-Werk in der Nähe von San Francisco fortführen zu können.

Jede dritte Coronavirus-Infektion weltweit betrifft die USA - mehr als eine Million Menschen sind dort bereits mit dem Erreger infiziert worden. Auch angesichts von mehr als 60.000 Toten gehen dem Unternehmer Musk die Maßnahmen zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 zu weit. Er twittert Parolen wie „Jetzt Amerika befreien“ - dem Tesla-Chef geht es dabei allerdings wohl weniger um die Beschränkung der persönlichen Rechte als um wirtschaftliche Interessen

Telefonkonferenz nach Schimpftirade kurzzeitig unterbrochen
Während einer Telefonkonferenz am Mittwoch brannten dem Konzern-Lenker dermaßen die Sicherheit durch, dass diese sogar unterbrochen werden musste. Als er die Quartalszahlen präsentierte, verzerrte er die Darstellung der kalifornischen Maßnahmen: „Den Leuten zu sagen, dass sie ihr Haus nicht verlassen können, dass sie dann festgenommen werden, das ist Faschismus, das ist nicht demokratisch.“ Die Menschen würden durch die Maßnahmen „in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt“, wütete Musk. Wer zu Hause bleiben wolle, solle allerdings nicht gezwungen werden, rauszugehen, räumte er ein.

Als er schließlich forderte, den Menschen „ihre gottverdammte Freiheit“ wiederzugeben, wurde die Konferenz abgebrochen. Erst einige Minuten später konnte sie wieder fortgesetzt werden. Auch im Kurznachrichtendienst Twitter stellt er sich immer wieder auf die Seite von Verschwörungstheoretikern und teilt kritische Berichterstattung zu Corona-Maßnahmen.

Bei der Einführung der Ausgangsbeschränkungen hatte Musk zunächst versucht, eine Ausnahmeerlaubnis für den Weiterbetrieb des Tesla-Werks in Fremont bei San Francisco zu bekommen - scheiterte aber damit an den Behörden.

Zuckerberg fürchtet zu schnelle Lockerung der Maßnahmen
Nur wenige Stunden vor Musks Ausraster hatte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des Online-Netzwerks im Gegensatz zu Musk besorgt gezeigt, dass die Einschränkungen zu schnell gelockert werden könnten und das zu einem Anstieg der Infektionen führt.

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