24.04.2020 06:58 |

Nach langer Quarantäne

Viele Tiroler nutzten Freiheit für Autoausfahrt

Erleichterung in den letzten verbliebenen Quarantäne-Orten Österreichs, nachdem die Zufahrtsbeschränkungen endgültig aufgehoben wurden. „Wir sind jetzt keine Sonder-Tiroler mehr“, sagt etwa Ernst Schöpf, Bürgermeister von Sölden und Tirols Gemeindeverbands-Chef.

Eigentlich wären das Paznauntal, Sölden und St. Anton noch bis 26. April unter strenger Isolation gestanden. Doch nun ging es doch früher auf, die geringen Infektionsraten ließen das zu, begründete Tirols Landeshauptmann Günther Platter die Lockerung der vom Land verhängten Straßensperren und Ausgangsbeschränkungen. Mit Stand Donnerstag wurden in Sölden 37 aktiv am Coronavirus erkrankte Personen gezählt, in den vier Orten des Paznauntals nur noch 38 und in St. Anton nur noch 18 Personen. Insgesamt von der Isolation betroffen waren aber rund 12.500 Menschen.

Viele der nun fast sechs Wochen Eingeschlossenen nutzten den ersten Tag ihrer wiedergewonnenen Freiheit für eine Ausfahrt mit dem Auto. So auch der wohl prominenteste Arlberger, Karl Schranz: „Nach so langer Zeit wird es sogar im wunderschönen St. Anton eng“, scherzte Schranz, „wir haben ja das Glück, sehr schön zu wohnen. Schließlich steht uns ein ganzes Hotel für uns alleine zur Verfügung.“

Gesichter in Sölden wieder freundlicher
„Schon die Mitteilung, dass es jetzt doch früher aufgeht, sorgte für große Freude in unserer Gemeinde“, berichtet Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf: „Nun ist das Mienenspiel der Menschen auf den Straßen schon ein ganz anderes. Die Stimmung war zuletzt schon immer verzagter und ungeduldiger, speziell, als die Landesregierung am Ostersonntag die Verlängerung der Isolation bis 26. April bekannt gab. Doch das ist jetzt Geschichte, die Polizei baute die Kontrollpunkte ab. Erfreulich, dass nun wieder mehr Bewegung im Ort ist, auch im Baubereich.“

„Wir fühlen uns jetzt wieder freier“
Seinem Amtskollegen in St. Anton, Helmut Mall, geht es ähnlich: Auch hier warte die Bauwirtschaft schon sehnsüchtig darauf, dass sie endlich mit Baustellen anfangen könne. Er sei stolz, dass seine Heimatgemeinde die schwierige Zeit gut bewältigt habe: „Wir sind froh, dass wir wieder den Anschluss an Tirol haben. Man hat jetzt nicht mehr das Gefühl, eingesperrt zu sein.“

Größerer Aktionsradius – das ist auch für viele Firmen im Paznauntal wichtig: „Wir haben etliche Betriebe im Tal. Ich kann für alle vier Gemeinden See, Kappl, Ischgl und Galtür sprechen, wenn ich sage, dass uns ein großer Stein vom Herzen fällt“, berichtet der Ischgler Dorfchef Werner Kurz.

Alle drei Bürgermeister betonen, dass die Reisefreiheit das Um und Auf für den Tourismus sei: „Nur der österreichische Gast allein – da ist der Kuchen zu klein.“

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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