24.04.2020 10:00 |

Vorsicht vor Betrügern

„Corona“-Webseiten locken in dreiste Abzockfalle

Ein Tiroler IT-Experte registriert seit Ausbruch der Corona-Krise einen Boom von gefälschten Homepages. Dass Cyberkriminelle derzeit sehr umtriebig sind, weiß nun auch der Abwasserverband in Zirl. Dieser wurde um mehrere 10.000 Euro erleichtert. Auch die Polizei rät zu vermehrter Skepsis.

Mehrere 10.000 Euro ergaunerten Online-Kriminelle Anfang der Woche vom Abwasserverband in Zirl. „Die unbekannten Täter verleiteten mit einem manipulierten E-Mail eine Sekretärin dazu, einen mittleren, fünfstelligen Euro-Betrag zur Begleichung einer offenen Rechnung zu überweisen“, heißt es seitens der Polizei. Als am Mittwoch ein fast identes E-Mail eintrudelte, fiel der Schwindel auf.

Mitgefühl und Angst wird derzeit ausgenützt
Betrügereien dieser Art sind – wie die „Krone“ zuletzt immer wieder berichten musste – derzeit leider kein Einzelfall. Viele Gauner nützen sogar die Corona-Krise, in der nach wie vor viele von zu Hause aus arbeiten (müssen), sogar schamlos aus. Dies zeigt vor allem die Registrierung neuer Domains mit dem Wort „Coronavirus“. „Diese Webseiten boomen im Moment regelrecht. Viele davon werden aber von Hackern missbraucht“, warnt Klaus Gheri, Europachef der IT-Sicherheitsfirma Barracuda Networks mit Sitz in Innsbruck. „Auf den ersten Blick scheinen diese Webseiten zwar Nachrichten oder Ratschläge zur Pandemie zu beinhalten, sie werden aber für Phishing oder zur Verbreitung von Schadprogrammen genutzt“, betont der Web-Experte. Die Kriminellen missbrauchen laut Gheri auch die aktuelle Lage für den Verkauf gefälschter Schutz-Ausrüstung oder auch angeblicher Heilmittel.

In seinem Unternehmen konnte auch bereits eine regelrechte Welle der so genannten Phishing-Angriffe registriert werden. „Zu den häufigsten Taktiken zählen unter anderem E-Mails, in denen sich Kriminelle als offizielle Stellen wie etwa die Weltgesundheitsorganisation ausgeben, um Benutzer dazu zu bringen, eine bösartige Nachricht zu öffnen“, weiß Gheri. „Diese Art Angriffe, bei denen Hacker auf Basis aktueller Ereignisse die Angst oder das Mitgefühl ihrer Opfer ausnutzen, ist aber leider nicht neu.“

Die meisten dieser Betrugsversuche seien darauf ausgelegt, das Benutzergerät zu infizieren, Anmeldedaten zu stehlen oder Spenden für gefälschte Wohltätigkeitsorganisationen über bösartige Webseiten abzugreifen.

Polizei rät zur Vorsicht bei dubiosen E-Mails
Auch die Tiroler Polizei warnte schon mehrmals seit Beginn der Corona-Krise vor E-Mails mit angeblich neuen Softwares für Homeoffice oder Videokonferenzen. „Seien Sie auch vorsichtig, wenn so genannte Popup-Fenster vom ,Sicherheitsteam’ am Bildschirm aufscheinen“, erklärt die Exekutive und rät zur Skepsis. Speziell bei ungewöhnlichen E-Mails sollte man hellhörig werden. Man solle auch bedenken, dass die Absenderadresse oder auch Namen gefälscht sein können.

Wer dubiose E-Mails erhält, kann sich laut Polizei auch per Mail an against-cybercrime@bmi.gv.at wenden oder sich beim zuständigen Landeskriminalamt informieren.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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