10.04.2020 16:54 |

Studie in Italien

Lockdown reduzierte Infektionsrisiko um die Hälfte

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Italien haben sich laut einer Studie bezahlt gemacht: Demnach konnten dadurch 200.000 Spitalseinlieferungen von Menschen vermieden werden, die sonst an Covid-19 erkrankt wären. Das Ansteckungsrisiko sei damit um fast die Hälfte gesunken.

Anfang März wurde mit dem strikten Lockdown in Italien aufgrund der Coronavirus-Pandemie begonnen. Einer Studie der Mailänder Polytechnik, der Universität Ca‘ Foscari in Venedig, der Universität Padua, der Zürcher Universität, sowie der Polytechnik von Lausanne (EPFL) zufolge konnte damit noch Schlimmeres vermieden werden.

Ansteckungsrisiko um 45 Prozent gesunken
Das Ansteckungsrisiko habe sich dank der strengen Vorbeugungsmaßnahmen in Italien um 45 Prozent reduziert, ergab die Studie, die von der US-Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde.

Indessen wird die Liste des Gesundheitspersonals, das dem Kampf gegen die Epidemie erlegen ist, immer länger. 109 Ärzte sind gestorben, wie die italienische Ärztekammer am Freitag mitteilte.

In Italien wird weiter nach den Ursachen für die hohe Zahl der Infizierten und Toten geforscht. Die hohe Menschenkonzentration in der Lombardei mit zehn Millionen Einwohnern und der starke internationale Austausch der Region, die drei große Flughäfen zählt, mit dem Rest der Welt könnte zur äußerst raschen Verbreitung der Seuche beigetragen haben, sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro.

Smog könnte Ausbreitung von Virus begünstigen
Eine Studie der US-Universität Harvard befasst sich mit der Verbindung zwischen Smog und der Verbreitung von Covid-19-Fällen. „Es handelt sich um eine solide Studie. Wir werden dieses Thema vertiefen“, sagte Brusaferro. Er forderte, dass der Lockdown in ganz Italien aufrechterhalten bleibe, obwohl die Regionen in Mittel- und Süditalien bisher weniger betroffen seien.

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