03.04.2020 05:55 |

Österreich trägt Maske

„Sollte für uns eine Selbstverständlichkeit sein“

Österreich maskiert sich: In den Supermärkten ist der Mund-Nasen-Schutz ab kommendem Montag Pflicht, viele halten sich jetzt schon daran. Auch Polizisten tragen seit dieser Woche Masken. Wie die Bevölkerung diese neue Verschärfung in der Corona-Krise aufnimmt? krone.at hat sich in Wien umgehört.

Am Wiener Rochusmarkt ist einiges los, rundherum Standler und Supermärkte. Der Einfluss der Corona-Maßnahmen auf jeden Einzelnen ist deutlich sichtbar. Gesichtsschutzmasken gehören mittlerweile zum Stadtbild. Mehrere Shopper behalten nach ihrem Einkauf das Souvenir einfach auf, andere sind kreativ und kommen vorbereitet zum Einkaufen. Sobald die Schiebetüren aufgehen, sieht man, wie Angestellte Masken verteilen, bis diese ausgehen.

„Für mich hat‘s keine Maske mehr gegeben“ merkt ein Herr mit Einkaufstasche an. Viele wollen der Krise Positives abgewinnen. Ganz stolz präsentiert ein Elektriker seinen Gesichtsschutz: „Hat meine Frau selber gemacht. Schön, oder? Sie ist sehr begabt.“ Ihre Maske ist mit Blumenmuster verzehrt, seine mit Giraffen. Beim Abstellen vom Fahrrad am Weg zum Supermarkt setzt eine Frau ihre Maske auf: „Man kriegt wenig Luft, ich find es aber richtig, dass sie getragen werden. So wie den Sicherheitsabstand.“

„Ein gewisses Sicherheitsgefühl“
Fast jeder beklagt sich, im Grunde überwiegt aber die Einsicht: „Ich fühle mich sehr eingeengt. Aber was sein muss, muss sein“, seufzt eine Passantin. In seinem Werkzeugkasten, erzählt ein pensionierter Herr, habe er seine FFP1-Maske aus Zeiten der Renovierungsarbeiten seiner Wohnung gefunden. Für ihn bietet diese ein „gewisses Sicherheitsgefühl, wenn die Leute husten oder sich schneuzen“.

„Für mich war das auch immer etwas Asiatisches
Andere tragen schon lange einen Gesichtsschutz: „Seit Beginn der Krise“, erzählt eine Pensionistin. „Ich hab kein Problem damit. Sie bietet Schutz oder soll Schutz bieten oder es hat einen psychologischen Effekt. Was auch immer. Ich verwende sie halt.“ Für fast jeden scheint es etwas gewöhnungsbedürftig: „Für mich war das auch immer etwas Asiatisches. Aber wie der Herr Kurz richtig sagt, in diesen Zeiten sollte es für uns eine Selbstverständlichkeit sein, sich und andere zu schützen“, so ein Herr, der etwas Sonne tankt.

„Sie sind mir schon fast zu nahe“
Auf einer Parkbank fragt krone.at einen Wiener, warum er denn keine Maske trägt. „Nicht einmal 20 Prozent tragen eine Maske. Ich bin heraußen. Nur wenn ich in einem Geschäft bin, einkaufen, trage ich eine Maske. Ansonsten ist es nicht vorgeschrieben und nicht notwendig, wenn man Abstand hält.“ Und: „Sie sind mir schon fast zu nahe“, scherzt er. Eine Heimhelferin ist voller Hoffnung: „Hoffentlich ist diese Zeit bald vorbei.“

„Ich bin nicht depressiv, als 65-Jähriger gehöre ich ja grad schon zu Risikogruppe. Ich mach jeden Tag weiter und schau, was ich machen kann. Mir geht’s den Umständen entsprechend gut.“ Einen Wunsch hätte der Musiker und Präsident des Österreichischen Musikrats, Harald Huber, aber doch, „dass Rundfunkanstalten mehr österreichisches Material spielen würden. Dadurch würde ein Tantiemenfluss zustande kommen. Das ist Geld, das im Land bleiben würde und das wir alle gut brauchen könnten.“

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