02.04.2020 16:31 |

Trotz Corona-Krise

Tirols Bauern hoffen auf ausländische Erntehelfer

Die Landwirtschaft muss sich - trotz Coronakrise - auf die bevorstehende Erntesaison vorbereiten. In den nächsten zehn bis 14 Tagen beginnt etwa die für Tirol so wichtige Radieschenernte. Tirols Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger und Agrarlandesrat LHStv. Josef Geisler (beide ÖVP) hofften darauf, dass Erntehelfer aus Rumänien und der Ukraine eingeflogen werden können.

Es gebe ein „Ansinnen“ dafür, jene rund 250 „Schlüsselarbeitskräfte“ zum Arbeiten ins Land zu bringen. Man brauche diese „Profis“, die sowohl am Feld als auch in der Verarbeitung tätig sind, um den Handel mit heimischen Lebensmitteln zu bedienen, sagte Geisler bei einer Videopressekonferenz am Donnerstag. Normalerweise würden für die Ernte von Obst und Gemüse in Tirol rund 800 Erntehelfer eingesetzt.

Appell an den Handel
Hechenberger hoffte, dass ein großer Teil dieser Arbeitskräfte durch Menschen abgedeckt werden könne, die sich über Online-Plattform „dielebensmittelhelfer.at“ zur Mitarbeit gemeldet hatten. Von diesen 1000 zeigten jedoch nur 15 Prozent die Bereitschaft, Vollzeit zu arbeiten. Schwierigkeiten habe die Tiroler Landwirtschaft im Vieh- und Fleischbereich, da ein Überangebot am Markt herrsche. Rund 60 Prozent des Rindfleisches werde etwa außer Haus gegessen, die jetzt komplett wegbrechen. Hechenberger appellierte an den Handel, sich hier solidarisch zu verhalten und die Preise nicht zu drücken.

Kein „Urlaub am Bauernhof“
Auch die in den letzten Jahren forcierte Verflechtung von Landwirtschaft und Tourismus mache der Landwirtschaft zu schaffen. Rund 2000 Bauernhöfe bieten in Tirol „Urlaub am Bauernhof“, der jedoch nun vorerst nicht mehr stattfinden kann. Darüber hinaus seien die Gärtnereien und die Forstwirtschaft stark betroffen. Besonders der Forstbereich sei „eines unserer größten Sorgenkinder“. Die Sägeindustrie agiere sehr exportlastig, „diese Exporte zum Teil nach Italien sind gänzlich zum Erliegen gekommen“.

Hoffnung auf Hilfe für die Landwirte
Finanzielle Hilfe für die Bauern erhoffte sich Geisler aus dem 15 Mrd. Euro schweren Krisenfonds des Bundes, denn der Härtefallfonds sei für die Landwirtschaft nur „in sehr begrenztem Ausmaß nutzbar“. Außerdem biete man gemeinsam mit dem Bund Agrarinvestitionskredite mit Stundungsmöglichkeiten. Auch aus dem Kulturfonds des Landes soll Unterstützung kommen. „Wir haben Kredite zur Liquiditätsüberbrückung vorgesehen“, sagte der stellvertretende Landeshauptmann.

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