300.000 € Mehrkosten

Tel Aviv Beach öffnet am Sonntag – “War harter Kampf”

Wien
28.07.2010 08:13
Zwischenzeitlich drohte das Projekt im Sand zu verlaufen, nun wird Wien doch noch um ein Stück Stadtstrand reicher: Nach monatelangen Verzögerungen wird der Tel Aviv Beach am Donaukanal am Sonntag endgültig eröffnen. Insgesamt 700.000 Euro ließ sich Betreiberin Haya Molcho das Projekt kosten - und damit um 300.000 Euro mehr als ursprünglich geplant, wie die Szeneköchin berichtet.

Bis zu 800 Menschen sollen bei "eklektischer" Küche und internationaler Musik dem urbanen Sonnenbaden frönen können. "Es war ein harter Kampf", so Molcho, die auch das "Neni" am Naschmarkt führt. Ursprünglich hätte der von Grund auf erneuerte Tel Aviv Beach, der im vergangenen Jahr anlässlich des 100. Geburtstags der Metropole von der israelischen Botschaft ins Leben gerufen worden war, bereits im Frühjahr an den Kanal locken sollen. Eine Anrainerin befürchtete jedoch Lärm- und Geruchsbelästigung und legte sich quer. Man habe daraufhin teure Musik- und Belüftungsanlagen angeschafft, erzählt die aus Israel stammende Gastronomin.

Kellner servieren barfuß
Herzstück der teils wetterfesten, sich über zwei Stockwerke erstreckenden Chill-out-Zone ist eine etwa 600 Quadratmeter große ebenerdige Terrasse, die von einer 26 Meter langen Bar, Sitzlogen und einer großen Küche ergänzt wird. Im wesentlich kleiner gehaltenen Obergeschoß wird es ebenfalls Sitzgelegenheiten geben. Alles sei betont schlicht, in cremeweißen und Sandtönen gehalten, so Molcho. In Sachen Style hat die hippe Wirtin weder Kosten noch Mühen gescheut. So wird die partiell im Bauhausstil gehaltene Bestuhlung aus New York angeliefert. Duschen wird es ebenso geben. "Locker" soll es am Beach zugehen, weshalb etwa Kellner auch barfuß durch den Sand stapfend servieren werden.

"Wahnsinnig viele" behördliche Auflagen
Die "wahnsinnig vielen" behördlichen Auflagen seien nun jedenfalls alle erfüllt, versicherte die Betreiberin. Die Genehmigung ist vorerst auf sechs Jahre befristet. Ein fixes Saisonende gibt es nicht. "Bis zum letzten Sonnenstrahl" will Molcho ihren Beach - gegenüber dem Flex gelegen - offenhalten.

Längerfristige Pläne für winterliche Temperaturen wälzt sie ebenfalls schon. Vorgesehen ist der Ausschank von Punsch und die Verköstigung mit Eintöpfen. Außerdem wünscht sich die Gastronomin einen riesigen, kitschigen Weihnachtsbaum nach amerikanischem Vorbild und - falls behördlich möglich - eine Eislauffläche im dann zum Winterdorf umfunktionierten Tel Aviv Beach. Dies sei aber noch Zukunftsmusik: "Vorher müssen wir erst einmal Geld verdienen."

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