14.03.2020 07:00 |

Hotels & Lifte

Frühes Saisonende: 200 Mio. Euro pro Woche futsch

Mehr als 80 Tiroler Skigebiete und 4800 Hotels und andere Beherbergungsbetriebe machen wegen der Corona-Krise frühzeitig dicht. Die Touristiker rechnen durch die Vollbremsung mitten in der Hochsaison mit Riesenverlusten. Die Landespolitik sagt Unterstützung für Unternehmer und Beschäftigte zu.

„Alternativlos“ ist das Wort, das alle Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft im Zusammenhang mit der nun verordneten Schließung aller Tiroler Skigebiete ab Sonntagabend und der Hotels ab Montag verwenden. Alternativlos, aber für viele existenzgefährdent. Eine Vollbremsung mitten in der Hochsaison. „Eine Katastrophe“, sagt Seilbahn-Obmann Franz Hörl. Pro Woche rechne die Tourismus-Branche mit Verlusten von bis zu 200 Millionen Euro, erklärt er. Allein an diesem Wochenende hätten 150.000 Gäste anreisen sollen. "Bitte bleiben Sie daheim“, appelliert Landeshauptmann Günther Platter an die Vernunft der Urlauber. 

„Das hat es seit dem Krieg nicht gegeben“
„Es ist eine drastische Maßnahme, die einschneidenste seit dem Krieg. Aber sie ist notwendig, um die Bevölkerung zu schützen – jene in Tirol, aber auch jene in den Herkunftsländern der Urlauber“, begründet der Landeshauptmann den Schritt. Schließlich hat sich das Virus vor allem von der Tourismushochburg Ischgl aus wie ein Lauffeuer ausgebreitet.

Es trifft auch andere Branchen
Die Sozialpartner stellen sich demonstrativ hinter die Entscheidung der Politik. Auch wenn Wirtschaftskammer-Chef Christoph Walser und Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl wissen, dass damit viele Betriebe und Mitarbeiter in existenzielle Nöte geraten. Das gesamte Ausmaß sei heute noch nicht abzusehen, sagen sie. Aber Walser erinnert an die Verflechtungen in der Wirtschaft: „Es geht ja nicht nur um den Tourismus. Daran hängen auch andere Branchen wie das Handwerk oder der Handel.“ Und es hängt auch das Schicksal von 55.000 Beschäftigten allein im Tourismus davon ab, ergänzt AK-Chef Zangerl. Die Rechtsexperten der Arbeiterkammer raten, keinesfalls eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses oder einen Austritt zu unterschreiben.

Es werde keiner im Stich gelassen! Das ist die Botschaft, die der Landeshauptmann aussendet. Das ist die Botschaft, die auch die Sozialpartner vermitteln.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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