11.02.2020 05:58 |

Milliardenprojekt

Johnson-Vision: Eine Brücke nach Nordirland

Nach dem Vollzug des Brexit liebäugelt der britische Premier Boris Johnson offenbar mit einem neuen Großprojekt: Er setzt sich nach Angaben seines Sprechers für eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland ein. Eine Prüfung sei „im Gange“, hieß es am Montag.

Die Idee einer Brücke vom britischen Festland zum nordirischen Landesteil gibt es schon seit Jahren, sie hat aber unter Johnson - einem Liebhaber großer Infrastrukturprojekte - neuen Auftrieb erhalten. Befürworter sehen in der Brücke eine Möglichkeit, die Beziehung der Landesteile zu stärken, die durch den Brexit belastet wird.

20 Milliarden Euro für knapp 20 Kilometer?
Kritiker stellen die Machbarkeit des Projekts angesichts des tiefen Wassers und des in der Meeresstraße herrschenden Windes infrage. Die Meerenge ist an der engsten Stelle 19 Kilometer breit.

Eine weitere Frage ist die nach den Ausgaben für ein solches Mega-Projekt: 2007 schätzte das Centre for Cross Border Studies die Kosten einer Brücke zwischen den Inseln auf 4,1 Milliarden Euro. Nun könnten es laut Experten 17 bis 23 Milliarden Euro sein.

Themsen-Brückenprojekt versandet
Johnson ist für seine Vorliebe für große Infrastrukturprojekte bekannt. Als Londoner Bürgermeister wollte er eine neue Brücke über die Themse bauen. Das Projekt scheiterte letztlich an den hohen Kosten von umgerechnet rund 63 Millionen Euro.

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