12.02.2020 10:29 |

Erster Eindruck

Samsung Galaxy S20: 108-Megapixel-Monster mit 5G

Der südkoreanische IT-Gigant Samsung hat am Dienstagabend die neueste Version seines Vorzeige-Smartphones Galaxy S enthüllt. Das Galaxy S20 - nach dem S10 überspringt man zum frisch angebrochenen Jahrzehnt die Nummern elf bis 19 - kommt im März in drei Varianten auf den Markt, ist optional mit 5G zu haben und knipst Fotos in der irrwitzigen Auflösung von bis zu 108 Megapixeln. Billig wird der Spaß nicht: Selbst die günstigste Version schlägt mit 900 Euro zu Buche, das Top-Modell mit 5G-Funk kostet 1550 Euro. Wir hatten bereits Gelegenheit zum Kurztest.

Samsung startet nicht nur mit einem zweiten Falt-Smartphone, sondern auch mit drei neuen Modellen ins Galaxy-S-Modelljahr 2020: dem Galaxy S20 mit 6,2 Zoll Diagonale, 12-Megapixel-Hauptkamera und LTE-Mobilfunk (5G kostet 100 Euro mehr) für günstigstenfalls 900 Euro, dem 6,7 Zoll großen Galaxy S20+, das je nach Funk- und Speicher-Ausstattung zwischen 1000 und 1250 Euro kostet, und dem High-End-Modell Galaxy S20 Ultra mit 108-Megapixel-Kamera und 5G für zumindest 1350 Euro. In Österreich kommen die Geräte am 13. März in den Handel.

Die Spezifikationen der drei Galaxy-S20-Modelle sehen Sie hier:

 

Galaxy S20

Galaxy S20+

Galaxy S20 Ultra

Display

6,2 Zoll (AMOLED)
HDR10+, 120 Hertz,
3040 x 1440 Pixel

6,7 Zoll (AMOLED)
HDR10+, 120 Hertz,
3040 x 1440 Pixel

6,9 Zoll (AMOLED)
HDR10+, 120 Hertz,
3040 x 1440 Pixel

Kamera (hinten)

Weitwinkel: 12 MP (F/2.2)
Hauptkamera: 12 MP (F/1.8, OIS)
Zoomkamera: 64 MP (F/2.0, OIS)

Weitwinkel: 12 MP (F/2.2)
Hauptkamera: 12 MP (F/1.8, OIS)
Zoomkamera: 64 MP (F/2.0, OIS)
Tiefensensor

Weitwinkel: 12 MP (F/2.2)
Hauptkamera: 108 MP (F/1.8, OIS)
Zoomkamera: 48 MP (F/3.5, OIS)
Tiefensensor

Kamera (vorne)

10 MP (F/2.2)

10 MP (F/2.2)

40 MP (F/2.2)

Abmessungen

151,7 x 69,1 x 7,9 mm;
163 Gramm

161,9 x 73,7 x 7,8 mm;
186 Gramm

166,9 x 76 x 8,8 mm;
220 Gramm

Prozessor

Achtkern-CPU (7nm): 2,73 + 2,6 + 2 GHz

Achtkern-CPU (7nm): 2,73 + 2,6 + 2 GHz

Achtkern-CPU (7nm): 2,73 + 2,6 + 2 GHz

RAM

8 - 12 GB LPDDR5

8 - 12 GB LPDDR5

12 - 16 GB LPDDR5

Speicher

128 GB

128 / 512 GB

128 / 256 / 512 GB

microSD-Slot

bis 1 TB

bis 1 TB

bis 1 TB

Akku

4000 mAh

4500 mAh

5000 mAh

Funk

LTE / 5G

LTE / 5G

LTE / 5G

Extras

Wasserfest (IP68)
Fingerscanner im Display

Wasserfest (IP68)
Fingerscanner im Display

Wasserfest (IP68)
Fingerscanner im Display

Software

Android 10

Android 10

Android 10

Preis

4G: 899 Euro
5G: 999 Euro

4G: 999 Euro
5G: 1099 Euro
5G (512GB): 1249 Euro

5G: 1350 Euro
5G (512GB): 1549 Euro

Unterschiede gibt es vor allem bei Bildschirmgröße, Akkukapazität, Größe und Gewicht - und natürlich der Kamera. Die maximale Auflösung von 108 Megapixeln gibt es nur beim größten und teuersten „Ultra“-Modell. Das macht sich auch beim Zoomfaktor bemerkbar: Während die beiden günstigeren Modelle einen dreifachen optisch-digitalen Hybridzoom besitzen, vergrößert das Ultra-Modell optisch-digital um den Faktor zehn.

Rein digital sind durch den megapixelstarken Sensor sogar hundertfache Vergrößerungen machbar. Im Kurztest erwies sich der hundertfache Zoom allerdings als Spielerei: Ohne Stativ verwackeln Bilder bei einem so hohen Zoomfaktor trotz optischer Stabilisierung schlicht zu schnell, überdies merkt man beim maximalen Zoom durchaus, dass hier nur mehr digital und nicht mehr optisch vergrößert wird - an etwas verwaschenen und generell nicht mehr allzu scharfen Ergebnissen. Auch bei der Lichtstärke muss man beim Zoomen Kompromisse eingehen.

8K-Aufnahme, Bildverbesserungs-Algorithmen
Die gesteigerte Megapixel-Zahl bei den Multi-Kameras, die an der Rückseite des Galaxy S20 - ein wenig wie beim Google Pixel 4 - als mehr (Ultra-Modell) oder weniger (Standardmodell) stark aus dem Chassis hervorstehendes Modul platziert werden, nutzt Samsung nebst der Zoomfunktion noch für einige andere Spielereien. So sind alle drei neuen Modelle imstande, 8K-Videos (30 fps) aufzunehmen, aus denen sich wiederum 33-Megapixel-Fotos extrahieren lassen. Standardmäßig werden beim Fotografieren je vier Pixel des 108-Megapixel-Sensors zu einem einzelnen hochoptimierten „Superpixel“ zusammengefasst.

Algorithmen zur Bildverbesserung, Motiv- und Gesichtserkennung helfen, die optimalen Einstellungen für ein Bild zu treffen und liefern auf Wunsch auf Basis kurzer Videoclips eine Auswahl von Schnappschüssen einer Szenerie. Die Videostabilisierung wurde verbessert, ein Nachtmodus ist ebenso vorhanden wie ein Profi-Modus mit manuellen Einstellmöglichkeiten. Die Kamera-App enthält etliche Filter und andere Spielereien.

Intensives Fotografieren erzeugt Hitze
Im Kurztest - wir haben uns vor allem das Ultra-Modell näher angesehen - gingen die vielen Berechnungen und die großen Datenmengen, die beim Fotografieren gestemmt werden müssen, mit einer durchaus spürbaren Hitzeentwicklung des Geräts einher. Das Arbeitstempo überzeugte dennoch, die Bildqualität im hellen Kunstlicht ebenfalls. Über die Schlechtlicht-Performance muss freilich erst ein ausführlicher Test Aufschluss geben.

Erwähnenswert für alle, die vorhaben, die 108-Megapixel-Auflösung des Ultra-Modells auszureizen: So hochauflösende Bilder brauchen mit 20 bis 50, im Durchschnitt knapp 30 Megabyte pro Foto, einiges an Speicherplatz. Von 8K-Videos ganz zu schweigen. Eine große microSD-Karte bzw. ein Modell mit möglichst viel Speicherplatz werden da fast zur Pflicht.

Formidables Display mit Kamera-Loch
Das Display der neuen Galaxy-S-Generation erwies sich im ersten Kurztest als exzellent - von dem Kamera-Loch oben in der Mitte einmal abgesehen, das man wohl als Geschmackssache bezeichnen darf. Der Bildschirm überzeugt mit hoher Schärfe, nimmt fast die gesamte Gerätefront ein, ist auch für den Außeneinsatz hell genug, liefert tolle Kontraste und satte Farben.

Kurzum: Samsung beweist hier einmal mehr seine Dominanz in Bildschirmfragen und lässt keine Wünsche offen. Freilich: Manch einer wird bei einem Gerät dieser Preisklasse vielleicht den HDR-Standard Dolby Vision - Samsung nutzt das weniger verbreitete HDR10+ - vermissen, das 120-Hertz-Feature ist auch nur für intensive Smartphone-Gamer interessant. In Summe ist das Display aber unserem Ersteindruck nach allerfeinste Ware.

Auf 5G kann man derzeit noch verzichten
Dem Anspruch, die beste derzeit verfügbare Smartphone-Hardware anzubieten, folgt Samsung auch mit dem 5G-Mobilfunk im Galaxy S20. Angesichts des noch lange nicht abgeschlossenen Netzausbaus und des Fehlens erschwinglicher Tarife für das neue Supernetz, kann man hier aber wohl noch getrost zur 4G-Version greifen und sich den Aufpreis sparen. Zumindest bei den Modellen mit 6,2 und 6,7 Zoll Diagonale: Das Ultra-Modell wird es hierzulande nur als 5G-Version geben, hier ist der neue Mobilfunkstandard jedenfalls an Bord.

Die restliche Ausstattung ist ebenfalls auf der Höhe der Zeit, umfasst moderne Features wie einen Fingerscanner direkt im Display, verschiedenste Sensoren bis hin zum Barometer, kabelloses Laden, Gesichtserkennung und ein wasser- und staubfestes Gehäuse aus Metall und Glas. Die Glasrückseite wirkt allerdings etwas anfällig, zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an und schreit geradezu nach einer Hülle als zusätzliche Schutzschicht - idealerweise so dick, dass die gerade beim Ultra-Modell stark aus dem Gehäuse hervorstehende Kamera vor ebenen Flächen geschützt wird.

Gutes Handling - vor allem beim 6,2-Zoll-Modell
Beim Handling macht sich das etwas in die Länge gezogene Display bezahlt. Das 6,2-Zoll-Modell erwies sich im Kurztest als sehr angenehm im Handling und durchaus hosentaschentauglich. Die beiden größeren Modelle könnten für Besitzer kleinerer Hände etwas schwerer zu greifen sein, liegen aber immer noch halbwegs sicher in der Hand. Dabei ist es hilfreich, dass Samsung das Display an der Gerätekante nicht mehr so stark abrundet wie bei früheren Modellen. An der Verarbeitung gibt’s auf den ersten Blick nichts auszusetzen: Steifes Gehäuse, keine unerwünschten Spalten, wertige Haptik.

Kein Bixby-Knopf und keine 3,5-mm-Klinke
Lautstärkeregler und der Entsperrknopf sind auf die rechte Gehäuseseite gewandert. Gut gefällt uns - Fehleingaben, adé! - der Wegfall des Bixby-Knopfes, mit dem Samsung einige Galaxy-S-Generationen lang versuchte, seinen hauseigenen Sprachassistenten als Konkurrenten für Siri, Alexa und Co. zu etablieren. Weniger gut gefällt uns der Wegfall der Kopfhörerklinke: Noch vor vier Jahren hat Samsung Apple wegen des Verzichts auf den populären Anschluss beim iPhone 7 auf die Schippe genommen, mit dem im vergangenen Herbst erschienenen Note 10 ist man nun selber auf diese Untugend aufgesprungen und setzt den Kurs mit dem S20 konsequent fort.

Bei der Software setzt Samsung wie üblich auf ein mit einer hauseigenen Benutzeroberfläche überzogenes und mit vielen herstellerspezifischen Apps - Sprachassistent, Smart-Home-Steuerung, Fitness-App - angereichertes Android, diesmal in Version 10. Updates dürften etwas länger als beim puren Android One auf sich warten lassen, Samsung hat aber in puncto Updatefreudigkeit grundsätzlich einen guten Ruf.

Ersteindruck: Samsung geizt nicht mit Superlativen und spendiert seinem Galaxy S20 - besonders in der Ultra-Version - ausgesprochen edle Hardware. Das Display gehört zum Besten, was der Markt hergibt, die Kamera macht einen mächtigen Ersteindruck, Rechenkraft, Haptik und Verarbeitung gefallen ebenfalls. Über den 5G-Funk, der sich erst in einigen Jahren auszahlt, 8K-Videos, die man sich noch auf kaum einem Bildschirm in ihrer ganzen Pracht ansehen kann, und vor allem den Luxus-Preis ließe es sich aber vortrefflich streiten. Zumal man bei manch einem Rivalen auch schon für weniger als halb so viel Geld eine 108-Megapixel-Kamera bekommt ...

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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