18.01.2020 16:40 |

Backofen wird saniert

Ofensetzer in heikler Mission für das Petererbrot

Viele Hände, schnelles Ende: In der Stiftsbäckerei St. Peter in der Altstadt geht die Sanierung des gut 100 Jahre alten Brotofens flott voran. „Wir werden Ende nächster Woche mit dem Ofengewölbe fertig sein “, sagt Hafnermeister Martin Greisberger. Die „Krone“ hat den Ofensetzern über die Schulter geschaut.

Donnerstag, früher Morgen am Kapitelplatz. Langsam hebt ein Stapler eine Palette mit Schamottseinen zu einem Fenster im ersten Stock des Hauses Nr. 8. Hafnermeister Martin Greisberger nimmt sie eifrig an und gibt sie an seine Mitarbeiterin weiter. Die schiebt einen Stein dort ein, wo sonst eigentlich Kunstschätze des Stiftes St.Peter gelagert werden. Müllermeister und Bäckerei-Pächter Franz Grabmer beobachtet zufrieden das Geschehen auf seiner Baustelle– die Sanierung des 100 Jahre alten Holzbackofens geht gut voran: „Wir sind super unterwegs, wir sind auf keine Unannehmlichkeiten gestoßen“, so der 74-Jährige.

Schamottsteine hatten sich gelöst 

Wie berichtet, hatten sich aus dem zweimal vier Meter großen gemauerten Ofengewölbe die Schamottsteine gelöst. Das jahrelange Hineinschmeißen der Holzscheite forderte seinen Tribut - und eine Generalsanierung nach mehreren Reparaturversuchen.

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Der Ofen wird genauso wieder aufgebaut, wie er war. Wir werden ihn schon vorab einige Tage austesten, damit wir Ende Februar die Bäckerei wieder aufsperren können

Franz Grabmer, Müllermeister und Bäckerei-Pächter

Vorarlberger helfen bei Jahrhundert-Baustelle

Nach gut zweijähriger Planungsphase saniert Greisberger seit Anfang vergangener Woche das historische Gemäuer - mit 13 Tonnen Schamottsteinen, 900 Kilo Mörtel und der Hilfe drei seiner Mitarbeiter. Eine heikle Mission: „Das Problem ist, dass es keine Pläne gibt, ich musste im Vorfeld alles ausmessen. Gleichzeitig ist die Sache heikel, da das Gewölbe sehr groß ist.“ Allein wollte er sich nicht an das Projekt wagen. Er holte sich Unterstützung aus dem Bregenzerwald - in Form seines Bekannten Hubert Ratz und zwei seiner Mitarbeiter: „In Vorarlberg werden Gewölbe-Brennräume traditionell öfter gemacht. Wir können so gemeinsam alte Techniken pflegen.“

Bis Ende Februar bleibt die Backstube kalt

Noch bis Ende nächster Woche sind die Hafner am Werk, danach werden die nummerierten Holzbalken wieder eingesetzt. Pächter Grabmer und seine Bäcker heizen anschließend wieder ein: „Wir werden in gut drei Wochen mit dem Probebacken beginnen, damit wir Ende Februar wieder aufsperren können. Wir müssen uns erst an den neuen Schamott gewöhnen.“ Den Stift kostet die Sanierung des Backofens mehr als 80.000 Euro.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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