16.01.2020 13:52 |

„Nein sagen“

Aufstand der Kanadier gegen Meghan und Harry?

Doch nicht Friede, Freude, Eierkuchen (mit Ahornsirup)? Die größte kanadische Tageszeitung ist empört über die Ankündigung, dass Prinz Harry und Meghan Markle sich in dem nordamerikanischen Land niederlassen wollen. Es würde Kanadas Unabhängigkeit von Großbritannien bedrohen, solange der 35-jährige Enkel der britischen Königin Elizabeth II. sowie dessen Sohn Archie weiterhin in der Thronfolge stünden. In Petitionen wird mittlerweile gefordert, keine Steuergelder für die Sussexes auszugeben. Es gibt aber auch viele Kanadier, die regelrecht begeistert davon sind, die Royals im Land zu haben. 

„Wir heißen euch als Besucher willkommen, solange ihr Senior-Royals seid, aber Kanada kann euch nicht erlauben, zu bleiben. Es bricht ein unausgesprochenes konstitutionelles Tabu“, hieß es einem Bericht der „New York Post“ zufolge in einem Editorial der Zeitung „The Globe and Mail“.

Nein als Antwort
„Die Antwort auf die plötzliche Ankündigung eines vagen und sich noch entwickelnden Plans des Herzogs und der Herzogin von Sussex - Prinz Harry und Meghan - nach Kanada ziehen zu wollen, während sie immer noch ein Teil der Royal Family sind, hätte Trudeaus Regierung mit einem simplen und prägnanten Nein beantworten müssen. Obwohl Kanada von Großbritannien viel geborgt hat, ist es nicht Großbritannien und war es nie. Und dieses Land hat vor langer Zeit Schritte unternommen, um dies unmissverständlich zu verdeutlichen."

Trudeau: „Ihr seid unter Freunden“
Premierminister Justin Trudeau hatte kurz vor Weihnachten auf Twitter geschrieben: „Prinz Harry, Meghan und Archie, wir alle wünschen euch einen ruhigen und gesegneten Aufenthalt in Kanada. Ihr seid hier unter Freunden und ihr seid hier immer willkommen.“ Später deutete er an, dass das Land die Sicherheitskosten für das Paar und ihr Kind tragen könnte. Dies ist aber längst nicht entschieden. Viele Kanadier sind empört über dieses Angebot. 

Kanadischen Medien zufolge dürfte der Schutz von Harry, Meghan und ihres Sohns Archie jährlich rund 1,7 Millionen kanadische Dollar (eine Million Euro) kosten. Den britischen Medienberichten zufolge will sich Kanada mit umgerechnet 584.000 Euro pro Jahr daran beteiligen. Bei den bisherigen Besuchen von Mitgliedern des britischen Königshauses haben sich traditionell immer auch die kanadischen Steuerzahler an den Kosten der Sicherheitsmaßnahmen beteiligt. In Online-Petitionen wird mittlerweile von den Steuerzahlern gefordert, dass nichts beigesteuert wird.

Aufenthalt auf unbekannte Zeit verlängert
Eigentlich waren der Herzog und die Herzogin von Sussex da nur für einen verlängerten Weihnachtsurlaub in dem nordamerikanischen Land, unter anderem in der Stadt Victoria auf Vancouver Island an der Westküste. Sie hatten sich eine mehrwöchige Auszeit von ihren royalen Aufgaben genommen und sogar auf das traditionelle Weihnachtsfest mit der Queen verzichtet. Kaum zurückgekehrt kündigten sie überraschend an, künftig viele royale Verpflichtungen aufzugeben und abwechselnd in Großbritannien und Kanada zu leben. Die 93-jährige Königin Elizabeth II. hat die Pläne inzwischen grundsätzlich abgesegnet.

„Das ist nicht das erste Mal, dass ich von Menschen gehört habe, die in Victoria Urlaub gemacht haben, dann wieder nach Hause kommen und sofort einen Weg suchen, hierher zu ziehen“, witzelte Bruce Hallsor, früherer Chef der Interessensvertretung Monarchist League of Canada, im Interview mit dem kanadischen TV-Sender „Global News“.

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Das ist nicht das erste Mal, dass ich von Menschen gehört habe, die in Victoria Urlaub gemacht haben, dann wieder nach Hause kommen und sofort einen Weg suchen, hierher zu ziehen.

Bruce Hallsor, früherer Chef der Interessensvertretung Monarchist League of Canada

Unterschlupf auf Privatinsel
Bei dem royalen Paar war es jedoch ein Schritt, der langsam gereift war. In Großbritannien fühlten sich die beiden nicht mehr wohl. Sie standen in der Kritik, weil sie auf ihre Privatheit pochten, Privatjets nutzten oder Meghan nach Ansicht einiger Briten unangemessen angezogen war. Wegen ihrer afroamerikanischen Wurzeln wurde Meghan anfangs im Königreich sogar beschimpft, bis Harry öffentlich ein Machtwort sprach. Als sich dann auch noch die einst unzertrennlichen Brüder Harry und William nicht mehr so gut verstanden, schien das Maß voll. Es gab Spekulationen, dass sie sich nach Afrika absetzen wollten - beide lieben den Kontinent über alles.

Wo genau sie in dem Commonwealth-Land mit ihrem acht Monate alten Baby leben wollen, ist nicht bekannt. Derzeit residiert Meghan Markle mit ihrem Sohn Archie auf einem Anwesen auf Vancouver Island, das von Paparazzi schwer angesteuert werden kann. Auch, weil sich einheimische Schiffer geweigert haben, die Fotografen über den See vor die Villa Mille Fleur zu schippern. Die Villa soll einem russischen Oligarchen gehören und dem Prinzen und seiner Frau zur Verfügung gestellt worden sein. Bis sie was Eigenes finden oder auf Dauer, ist unklar. 

Fans des Landes
Klar ist aber: Sowohl der 35-jährige Harry als auch seine drei Jahre ältere Frau sind erklärte Fans des nordamerikanischen Landes, dessen offizielles Staatsoberhaupt Harrys Großmutter, die Queen, ist. Der Prinz war schon als kleiner Bub Skifahren an Kanadas Westküste. Die in Los Angeles geborene Herzogin Meghan lebte mehrere Jahre in der Metropole Toronto im Osten Kanadas, bevor sie zu Harry nach England zog. Sie liebe die Stadt, hatte sie 2016 in einem Interview gesagt. „Die Menschen sind so nett, ich liebe das Essen und ich liebe es, mit meinen zwei Hunden kleine Ecken in der Stadt auszukundschaften.“

Besonders Meghan hat bis heute enge Verbindungen nach Kanada. Hier schaffte sie ab 2011 als Anwaltsgehilfin Rachel Zane in der Serie “Suits„ ihren Durchbruch als Schauspielerin, begann sich auch im Auftrag der Vereinten Nationen für Frauenrechte einzusetzen und veröffentlichte einen erfolgreichen Lifestyle-Blog. Aus dieser Zeit soll Meghan ein Vermögen von mehreren Millionen Dollar angespart haben. Als “Schauspielerin, Autorin und Herausgeberin meines Lifestyle-Labels „The Tig“„, beschrieb sie sich noch 2016 selbst. Das alles musste sie für die Hochzeit mit Harry vorerst aufgeben, aber die Freunde und Verbindungen in die Branche hat sie sich erhalten.

Engste Freundin
Als Meghans engste Freundin gilt die Mode-Stylistin Jessica Mulroney, die in Toronto lebt und mit dem einflussreichen Sohn eines früheren Premierministers verheiratet ist. Meghans Mutter Doria Ragland, mit der sie ein sehr enges Verhältnis hat, lebt in Kalifornien - das wäre an Kanada immerhin deutlich näher als an Großbritannien.

Umsonst Kaffee
Premierminister Trudeau ist unterdessen überzeugt, dass die Kanadier Harry und Meghan ein „Gefühl von Wertschätzung“ entgegenbringen. „Ich denke, die meisten Kanadier stehen der Idee, Royals hier zu haben, sehr unterstützend gegenüber.“ Die beliebte Kaffee-Kette Tim Hortons machte dem royalen Paar per Twitter auch gleich ein Angebot: „Wir wollen keinen Druck machen, Meghan und Harry, aber wenn ihr euch entscheidet, nach Kanada zu ziehen, dann bekommt ihr euer Leben lang umsonst Kaffee. Denkt darüber nach.“

Besuche bei Frauenprojekten
Herzogin Meghan hat unterdessen in Kanada mit ihrer Tätigkeit als künftige Charity-Lady des Landes begonnen. Nach dem Besuch eines Hilfszentrums für Frauen in einem Armutsviertel der Stadt Vancouver schaute sie auch noch bei der Non-Profit-Organisation Justice for Girls vorbei. 

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