Alarmstufe Rot rund um die Asbest-Steinbrüche im Osten Österreichs! Trotz Taskforce und Luftmessungen gehen den Freiheitlichen im Burgenland die Gegenmaßnahmen zu langsam: „Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt, über Jahre hinweg wurde sie ignoriert.“
„Vier Steinbrüche behördlich gesperrt, ein sehr hoher Asbestanteil in Greenpeace-Untersuchungen, eine akute Warnung – dennoch erklärt die Landesregierung, es bestehe keine akute Gefahr. Das passt nicht zusammen“, wundern sich der freiheitliche Klubobmann-Stellvertreter Markus Wiesler und Bundesrat Thomas Karacsony. Höchst bedenkliches Material sei jahrzehntelang im Straßenbau, auf öffentlichen Plätzen sowie Spiel- und Sportanlagen verwendet worden, genauso wie im besonders sensiblen Umfeld von Krankenhäusern und Pflegeheimen – mit behördlicher Genehmigung.
„Seit Langem aktenkundig“
„Die zentrale Frage lautet nicht nur, was in den letzten Wochen passiert ist, sondern wie in den vergangenen Jahren kontrolliert, geprüft und bewertet worden ist“, erklären Wiesler und Karacsony. Die Parteikollegen verweisen unter anderem auf asbesthaltigen Streusplitt, der bereits 2008 zurückgerufen werden musste. „Der Abbau wurde dennoch fortgesetzt. Asbest im Südburgenland ist seit Langem aktenkundig“, merkt Wiesler kritisch an. Im Fall des Steinbruchs Bernstein seien im Juni 2025 besorgniserregende Bedenken wegen möglicher Gesundheitsbelastungen geäußert worden.
„Die damaligen Proben hatten einen Asbestgehalt zwischen fünf und fast 100 Prozent angezeigt. Dennoch erfolgte die Schließung erst viele Monate später“, stellen die FPÖ-Abgeordneten fest. Gedrängt wird nun auf „normgerechte, nachvollziehbare Luftmessungen“.
Keine klare Aussage über Gefährdung
Laut einem unabhängigen Geologen lassen Materialproben allein keine klare Aussage über eine konkrete Gesundheitsgefährdung zu. „Die bisherige Probenahme ist fachlich nicht geeignet, haltbare Schlüsse zu ziehen“, heißt es. Experten erachten für die Einschätzung des Risikos nicht das bloße Vorkommen von Asbest im Gestein als entscheidend, sondern die tatsächliche Faserfreisetzung in der Luft.
Prüfung an mehreren Standorten
Die Prüfung der Luftqualität läuft nach aktuellen Kriterien an mehreren Standorten, wie aus dem Landhaus in Eisenstadt mitgeteilt wird. Das Burgenland werde systematisch und über einen längeren Zeitraum hindurch beprobt, abgestimmt mit den höchsten Bundesbehörden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt auf der Webseite des Landes, wird erneut bekräftigt. In allen zuständigen Stellen betonen die Verantwortlichen, dass die Gesundheit der Bevölkerung „oberste Priorität“ hat.
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