16.01.2020 06:00 |

Reformen sollen helfen

Austrittswelle: So kämpft die Kirche um Gläubige

67.583 Katholiken haben 2019 die Kirche verlassen, damit gibt es erstmals weniger als fünf Millionen Gläubige im Land. Die Austrittswelle ist auch als Ausdruck des Protests gegen die Missbrauchsskandale zu werten. Diözesanreformen sollen nun neuen Schwung bringen.

Diese Statistik schmerzt: Im Vorjahr haben exakt 67.583 Gläubige die Katholische Kirche verlassen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Austrittsanstieg um 14,9 Prozent. In absoluten Zahlen haben 8776 Menschen mehr als 2018 die Gemeinschaft der Gläubigen verlassen. Damit ist die Summe der Katholiken (4,98 Millionen) erstmals unter fünf Millionen gesunken.

Viele Austritte auch wegen Bischof Schwarz
„Diese Zahlen zeigen den gesamtgesellschaftlichen Trend einer loseren Kirchenbindung. Aber auch vermehrt einen öffentlich bekundeten Protest gegen Missbrauchsskandale sowie eine nachdrückliche Forderung nach Reformen in der Kirche“, heißt es. Allerdings lässt sich laut der Kathpress-Meldung vermuten, „dass die höheren Austrittszahlen - vor allem im Frühjahr 2019 - auch auf die Veröffentlichungen rund um Bischof Alois Schwarz in Kärnten zurückzuführen sind“.

Trotz der schmerzlichen Austritte, sehen viele in der Kirche mit viel Optimismus ins Jahr 2020. Wie kurz berichtet, sollen etliche rührende und berührende Aktionen und Reformen, bei denen vor allem die Jugend eingebunden ist, neuen Schwung in die Gotteshäuser bringen.

„Grundwasserspiegel der Mitmenschlichkeit darf nicht absinken“
Kardinal Christoph Schönborn, der vergangene Woche seinen 75er feierte, setzt vor allem auf die Werte, die unser Land so liebens- und lebenswert machen: das Mitgefühl, die Hilfsbereitschaft, die Rücksicht auf die Schwächeren und die soziale Gerechtigkeit. „All diese Werte gehören zum Kern des Evangeliums Jesu. Wir brauchen sie so dringend wie das tägliche Brot“, so der Kardinal im „Krone“-Telefonat, „der Grundwasserspiegel der Mitmenschlichkeit dürfe einfach nicht absinken“.

Katholische Kirche will moderner werden
Zudem wird die Katholische Kirche in manchen Bereichen versuchen, moderner zu werden. Das heißt, auch die laufenden Diözesanreformen werden 2020 weiter angegangen. Im Kampf um die Gläubigen gilt es dabei das sehr dichte Pfarrnetz zu regeln, sprich auch zeitgemäße Seelsorgestrukturen einzurichten. „Konkret wird die Diözese Linz mit einem großen Pilgertag Ende Mai den Auftakt zur Umsetzung der Reformen im Rahmen ihres Zukunftsweges setzen“, so Georg Pulling, stellvertretender Chefredakteur der Kathpress.

Und damit auch die katholische Jugend stärker ins Kirchenleben eingebunden wird, geht im Oktober Österreichs größte Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ in die nächste Runde. Außerdem wird im Herbst zur „Biblischen Woche“ geladen.

Christoph Matzl und Erich Vogl, Kronen Zeitung

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